Bielefeld – Warum eine Stadt partout nicht existieren möchte

Ich bin Bielefelderin.

Zwar nicht gebürtig aber aus Überzeugung.

Weil ich da aufgewachsen bin. Und weil ich die Stadt liebe.

Für mich sprüht Bielefeld vor Unternehmergeist. Die Stadt ist ein Inbegriff von privatem Engagement und Gestaltungswille. Viele Familienunternehmen und viel Mittelstand prägen die wirtschaftliche Landschaft und engagieren sich mit viel Zeit und Geld dafür, die Stadt zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und einem lebenswerten privaten Umfeld zu machen. Nirgendwo kann man so viel bewegen. Nirgendwo findet man so viele aufgeschlossene, tüchtige und bodenständige Menschen. Ok, ich übertreibe. Aber ich finde die Stadt wirklich toll!

Seit ich denken kann werbe ich für die Stadt.

Und das ist nicht einfach und bitter nötig. Denn die externen Reaktionen auf Bielefeld sind alles andere als positiv.

Die Stadt tut auch wirklich wenig, um ihre Kritiker zu besänftigen. Es gibt keinen eigenen Flugplatz, kein einziges ordentliches Hotel. Aufgrund der schlechten Autobahn- und Zugverbindung kommt dort keiner zufällig vorbei. Und die Bielefeld-Verschwörung tut ihr übriges, um immer wieder zu hinterfragen, ob es diese Stadt überhaupt gibt.

Nun hat diese unterschätzte und wenig geliebte Stadt durch Google Streetview das einmalige Glück, dass ganz Deutschland erfahren hat, dass Bielefeld zu den zwanzig größten und wichtigsten Städten Deutschlands gehört. Statt das als Kompliment zu sehen und es medial zu nutzen, um die Attraktivität der Stadt und Region zu steigern, beschließt unsere Lokalpolitik und allen voran unser Oberbürgermeister, alle öffentlichen Gebäude in Bielefeld auf Google Street View schwärzen zu lassen.

Well done!
Nach dem Motto: Wenn ich von etwas nichts verstehe, bin ich dagegen.

Eigentlich erstaunlich, dass nicht gleich auch alle Postkarten, Kalender, Fotos und Bildbände, die man über Bielefeld kaufen kann, verboten und vernichtet werden. Da sieht man nämlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt hochaufgelöst und mit Untertitel. Wie schrecklich!
Da hat man eine Website der Stadt mit einem link „Panoramablick“. Dort kann man sich Bielefeld aus der Kamera-Perspektive ansehen. Man kann sich auf Google Earth und Google Maps jedes Haus aus der Luft ansehen.
Aber bitte nicht Google Streetview für öffentliche Gebäude. Bitte nicht!

„Wir setzen Bielefeld in Szene“ heißt das Motto der Stadtmarketing-Initiative Bielefelds.

Auf unseren Stadtrat passt in diesem Fall besser „Wir machen eine Szene“.

1 Kommentar
  1. Hat zwar nur wenig mit dem Posting zu tun, aber ich kenne ein tolles Hotel in Bielefeld. Wenn Du also mal einen Tipp benötigst… 😀

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