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Mehr Geld und Anerkennung für ErzieherInnen!

Sonntag, 10. Mai 2015

Heute ist Muttertag! Und von allen Seiten bekommt man als Mutter Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Geschenke und Liebe.

Ich bekam von vielen verschiedenen Freundinnen heute Morgen folgende Whatsapp-Nachricht geschickt:

Lebenslauf einer Mutter

Job-Erfahrungen

Taxi
Psychologin
Lehrerin
Krankenschwester
Babysitter
Eventmanagerin
Waschfrau
Putzfrau
Kinderärztin
Köchin
Bäckerin
Polizistin
Richterin
Dekorateurin
Lebensberaterin
Komikerin

Arbeitszeit;
24 uhr bis 24 uhr
Gehalt:
Das Lächeln der eigenen Kinder

Ich wollte mir gerade schon innerlich auf die Schulter klopfen, was ich alles meistere, als ich einen zweiten Blick auf die Liste warf und überlegt habe, welche dieser “Jobs” ich mir eigentlich mit den ErzieherInnen meiner Söhne teile. Dabei kam folgende Jobbeschreibung heraus:

Lebenslauf einer Erzieherin/eines Erziehers

Job-Erfahrungen

Psychologin
Lehrerin
Krankenschwester
Eventmanagerin
Putzfrau
Polizistin
Richterin
Dekorateurin
Lebensberaterin
Komikerin

Gehalt:
Das Lächeln meiner Kinder + 1800 Euro Bruttogehalt (wenn es sehr gut läuft)

Wie viele Erzieherinnen haben heute wohl eine wertschätzende Whatsapp-Nachricht bekommen? Mein Tipp: keine! (außer sie sind selber Mutter)

Wie kann es sein, dass in unserem Land, welches wenig Bodenschätze, Fachkräfte und Kinder hat und in dem Bildung ein Kern-Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft ist, Menschen, die unsere Kinder betreuen, so wenig Geld und Anerkennung dafür erhalten.

Hochschulprofessoren und Lehrer verdienen ein Vielfaches dessen, was ein Erzieher auf dem Lohnauszug hat. Warum eigentlich? Wissen wir nicht längst alle, dass die jungen Jahre eines Menschen die wertvollste und beste Zeit sind, um ihn in sozialer und geistiger Hinsicht auf das Leben vorzubereiten? Aber wie wollen wir mehr Menschen dazu bringen, Erzieher zu werden, wenn wir sie schlecht bezahlen und dem Berufsbild so wenig Wertschätzung entgegenbringen?

Es ist höchste Zeit für eine echte Lobby für Bildungs- und Erziehungsberufe in Deutschland. In Kanada sind Erzieher und Lehrer so gut angesehen wie Ärzte. Singapur hat das Bildungssystem revolutioniert, in dem es ein High-Potential-Programm in den Lehrer- und Erzieher- Studiengängen eingeführt hat.

Wir haben das irgendwie noch nicht so richtig verstanden.

Wir bauen brav eine Kita nach der anderen und denken, damit sei unsere Mission erfüllt. Das Problem ist, dass wir die Menschen vergessen haben, die in diesen Einrichtungen arbeiten. 

Daher appelliere ich heute an all uns Eltern, die sich in einem “wichtigen” Beruf fühlen: Wann haben wir zum letzten Mal die ErzieherInnen unseres Kindes als echten Profi auf ihrem Gebiet wahrgenommen und sie um Rat gefragt? Wann haben wir uns das letzte Mal für ihre Unterstützung, Arbeit und Fürsorge bedankt?

Heute ist doch ein guter Tag dafür!

Daher würde ich den heutigen Muttertag gerne all unseren ErzieherInnen widmen, die sich tagtäglich mit so viel Liebe und Umsicht um unsere Kinder kümmern, sie auf das Leben vorbereiten und sich so viele Gedanken um sie machen als wären es ihre eigenen.

Jede Mutter am Muttertag heute und jeder Vater am Vatertag am kommenden Donnerstag weiß, dass wir ohne unsere ErzieherInnen niemals einen so guten Job in der Erziehung unserer Kinder machen würden! Also nutzen wir diesen Tag doch einfach, um es ihnen zu sagen.

Per WhatsApp, Email oder SMS.

Jetzt gleich.

Bitte!

 

 

 

Tulum – a happy place!

Sonntag, 8. März 2015

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Im Januar diesen Jahres waren wir mit unseren Kindern für 10 Tage in Tulum, Mexiko. Tulum liegt im Süden von Mexiko im Staat Quintana Roo (auf der Yucatan Halbinsel).

Mein Co-Gründer Moritz hatte mir diesen Ort als perfektes Reiseziel zur Überbrückung des Berliner Winters empfohlen. Und er hatte so Recht!

Weil mich so Viele nach unserer Rückkehr gefragt haben, wie es war und welches Hotel, welche Restaurants und sonstigen Aktivitäten wir dort empfehlen können, fasse ich unsere best-of-Empfehlungen einfach in diesem Post zusammen.

Tulum ist ein sehr besonderer, magischer Ort. A real happy place! Es liegt eine Ruhe, Gelassenheit und Entspannung über diesem Ort, die man nur sehr schwer beschreiben kann. Die Menschen, die dort Urlaub machen leben im Einklang mit der Natur, unaufdringlich, friedlich, unaufgeregt. Tulum ist ein Ort an dem man seinen Gedanken freien Lauf lassen kann, ein Ort, der einen Flow hat, dem man sich kaum entziehen kann. Man schaut nicht auf die Uhr, man jagt nicht der nächsten Aktivität hinterher und ich habe oft einfach nur dagesessen, auf das Meer geschaut und an nichts gedacht.

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Wir haben in der Uno Astro Lodge gewohnt. Strohhütten ohne Strom, direkt auf den Strand gebaut und mit einem Bad unter freiem Himmel. Die Betten sind Matratzen mit einem Moskitonetz darüber.  Für Licht sorgt tagsüber die Sonne und nachts so viele Kerzen wie man möchte. Die “Strom-Losigkeit” dieses Ortes führt zum einen dazu, dass man sich dem Rhythmus der Natur anpasst. Man wacht mit dem Sonnenaufgang auf und geht spätestens um 21 Uhr abends schlafen. So schläft man jede Nacht 9 Stunden bei frischester Luft und begleitet vom Rollen der Wellen, die an den Strand schwappen. Zum anderen führt kein Strom dazu, dass man jegliche technische Geräte in der Tasche lässt und einfach mal offline ist. Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal 10 Tage keine Emails gecheckt habe. In der Uno Astrolodge war es so einfach, da es kein W-LAN und nur eine einzige Steckdose an der Rezeption gab. Und die war meistens belegt.

Wer mehr Luxus möchte und ohne Kinder fährt, dem empfehlen wir die Hotels Coqui Coqui oder Be Tulum, die beide direkt am Strand liegen und wunderschön sind.

Das Highlight von Tulum ist der wunderschöne, weiße, feine Karibik-Sandstrand:

Strand

Der Tag beginnt überall an diesem Strand mit Yoga und Sport jeder Art. Man kann ewig lange am Strand barfuß entlang joggen und sich hinterher im 28 Grad warmen Meer abkühlen. Die Kinder sind stundenlang durch die Wellen getaucht. Es war das erste Mal, dass sie nicht ständig nach einem Pool gefragt haben. Ansonsten ist Kitesurfen der große Sport an diesem Strand und überall sieht man die bunten Segel über das Meer rasen.

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Ein weiteres Highlight von Tulum sind die tollen Restaurants, die am Strand entlang in den Urwald oder den Sand gebaut sind. Alle haben offene Küchen mit offenem Feuer, Grill und sind aus viel Holz und lokalen Materialien eingerichtet. Jeden Abend waren wir woanders essen und jeden Abend waren wir total begeistert. Man isst um 18-19 Uhr, was toll ist, da man mit Kindern dadurch denselben Rhythmus hat wie alle Anderen. Unsere Top-Empfehlungen sind Casa VioletaCasa JaguarHartwood und Casa Banana. Hartwood ist ein besonderes Highlight, dort muss man ab 17 Uhr anstehen, um einen Platz zu bekommen:)

Ein weiterer happy moment war unser Besuch im Yaan Spa, gegenüber vom “Be Tulum”-Hotel. Ohne zu zögern kann ich sagen, dass dieses das schönste Spa war, in dem wir jemals waren. Und die Massage, die wir dort hatten, wird unvergesslich bleiben. (Der Preis allerdings auch:)) Auf dem Weg dorthin (den man natürlich zu Fuß geht) kommt man an Josa Tulum vorbei. Ich bin kein Shopping-victim, aber an diesem Laden kann keine Frau vorbeigehen. Gott sei Dank gibt es eine Hollywood-Schaukel davor, auf der man den männlichen Teil der Familie (in meinem Fall 75%) parken kann.

Ach ja: Nach Tulum kommt man, in dem man mit dem Flugzeug nach Cancún fliegt. Wir sind von Berlin über München nach Cancún mit Air Berlin geflogen. Von dort ist man in knapp über 1 Stunde mit dem Auto (Taxi oder Mietwagen) in Tulum. Die beste Reisezeit ist November bis März und zeitlich ist Tulum 6 Stunden hinter uns.

Nachdem die New York Times im November 2014 einen großen Bericht über Tulum geschrieben hat ist Tulum sicherlich kein Geheim-Tipp mehr. Aber auch lange noch nicht Mainstream. Ein Grund mehr bald hinzufahren!

Warum Deutschland Berlin braucht!

Sonntag, 28. Dezember 2014

Seit ein paar Wochen habe ich meine eigene Kolumne “Pausder auf den Punkt” auf www.wiwo.de. Hier werde ich in Zukunft 1x pro Monat zu einem Thema meiner Wahl schreiben. Falls Ihr also Wünsche oder Ideen habt, her damit! Meine Kolumne habe ich mit dem Thema “Warum Deutschland Berlin braucht” gestartet! Happy reading:)

Berlin ist Hauptstadt. Berlin ist Weltstadt. Berlin ist hip und cool. Berlin ist der Spielplatz der Gründer und der digitale Durchlauferhitzer der Republik.

Während sich Car2go aus Düsseldorf und Ulm zurückzieht, boomt Carsharing in Berlin und wir prügeln uns um das nächstgeparkte Auto.

Wir lieben Uber und wundercar, stellen unsere Wohnungen auf airbnb und Wimdu ein und leihen uns Abendkleider bei Laremia.

Wir trinken den besten Kaffee der Welt und bringen unsere Hunde mit ins Büro. Ach ja, apropos Büros: Wir wollen nicht mehr in Teppich-Büros mit niedrigen Decken und Oberlichtern arbeiten, sondern der Arbeitsplatz soll etwas Besonderes sein. Nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch optisch. Soundcloud, Researchgate, wooga und Onefootball machen es vor.

Wir co-worken im betahaus, St. Oberholz oder Soho House und finden Einzelbüros höchst suspekt.

Wir bestellen Produkte, die noch keiner kennt, auf Kickstarter und crowd-investieren bei Companisto, Seedmatch, indiegogo und Bergfürst. Nicht, weil wir wirklich mit einer Rendite rechnen, sondern weil wir einfach dabei sein wollen.

Wir trainieren mit Freeletics, Runtastic und gymondo und haben schon lange kein Fitness-Studio mehr von innen gesehen. Wir bestellen unser Essen bei Home Eat Home, Eatfirst oder Marley Spoon und finden es zeitraubend im Supermarkt einzukaufen.

Und wir werden sicherlich die Ersten sein, die mit Google Glass und iWatch durch die Straßen rennen und Nutzerreports ins Netz stellen.

All dies mag Menschen außerhalb von Berlin hochgradig suspekt vorkommen. Viele mag diese vermeintliche Parallelwelt an einen Hype oder gar eine Blase erinnern. Und dass die Gesamtheit aller Berliner Startups mehr Verlust als Umsatz macht, ist für Viele ein weiterer Indikator dafür, dass es sich bei diesem digitalen Versuchslabor eher um ein vorübergehendes Phänomen als um eine ernstzunehmende Zukunftsschmiede handeln kann.

Aber dieser Schluss ist falsch.

Berlin braucht den Rest von Deutschland – das ist richtig. Denn natürlich sind der Mittelstand und die Schwergewichte unserer Wirtschaft immer noch das Rückgrat unseres Landes.

Aber der Rest von Deutschland braucht auch immer mehr Berlin.

Denn was in Berlin gerade passiert, sollten sich Unternehmensvertreter des Mittelstands und der Old Economy ganz genau ansehen. Kein Unternehmen kann es sich leisten, die Produkte, Dienstleistungen und die Lebensweise, die hier Trend ist, zu ignorieren oder klein zu reden.

Während es in Rest-Deutschland immer noch keine Kultur des Scheiterns oder des Fehler-Eingestehens gibt, ist es in Berlin teurer geworden stehen zu bleiben als Fehler zu machen oder zu scheitern. Und das lässt die Schere zwischen der digitalen Wirtschaft und den traditionellen Unternehmen immer weiter aufgehen.

Berlin ist in puncto Startups das Labor der Republik.

Nirgendwo sonst in Deutschland wird so viel ausprobiert, experimentiert, hinterfragt und iteriert. Nirgendwo sonst werden die bisherige Arbeitswelt und die existierenden Unternehmen so sehr in Frage gestellt wie hier. Es gibt keine alten Zöpfe, die nicht abgeschnitten werden dürfen und es gibt keine Barrieren in den Köpfen, was geht und was nicht geht.

Alles ist möglich.

Aber das heißt nicht, dass alles erfolgreich ist.

Zum Glück nicht.

Denn Innovationen sind das Ergebnis von trial and error. Sie sind das Ergebnis von Prototypen, Fehlern, neuen Prototypen und schließlich der Essenz, die das Potential hat, am Markt erfolgreich zu sein.

Nicht jede Idee ist gut, nicht jedes Startup schafft die nächste Finanzierungsrunde, nur sehr wenige werden international erfolgreich. Aber entscheidend ist, dass es immer mehr werden. Und zwar mehr Menschen für die Unternehmertum und die neuen Technologien die beste Option darstellen, die Zukunft zu gestalten.

Die Digitalisierung ist keine Option mehr. Es geht nicht darum, ob ich als Unternehmen an ihr teilnehmen möchte oder nicht. Die Digitalisierung ist da und sie betrifft jeden Wirtschaftszweig, jedes Unternehmen und jeden Menschen. Wir leben in einer Zeit des noch nie vorher dagewesenen Wandels. Kein Stein bleibt auf dem Anderen, alles wird in Frage gestellt, alles verändert sich.

Und in Zeiten solch exponentiellen Wandels braucht die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt eine digitale Speerspitze.

Und das ist Berlin.

 

Social Freezing – der Anfang vom Ende oder die Antwort auf alles?

Mittwoch, 29. Oktober 2014

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Kein anderes Thema war in den letzten 2 Wochen so präsent wie das Thema “Social Freezing“. Ob Facebook und Apple das Thema per Pressemitteilung selber lanciert haben oder warum es plötzlich so groß geworden ist weiß ich nicht. Fakt ist, dass sich jedes kleine oder große Medium in Deutschland mit dem Thema befasst hat. Und es fast überall Gesprächsthema ist.

Als 35jährige Frau geht das Thema und die einhergehende Diskussion nicht spurlos an einem vorüber. Und ich habe mehr und mehr das Bedürfnis verspürt, eine klare Meinung zu dem Thema zu haben.

Aber bevor ich anfange, eine Sache vorweg: Warum eigentlich Social Freezing?
Was ist denn daran “social”, wenn ich mich als Frau entscheide, meine Eizellen einfrieren zu lassen? Weder wird ein Google hang-out veranstaltet, um zuzuschauen, noch poste ich das auf Facebook oder Twitter, noch können meine Eizellen twittern, noch möchte ich das Thema in irgendeiner Form an die große Glock hängen.

Warum also nicht “Voluntary Freezing”? Das trifft es doch eigentlich viel besser. Eizellen einfrieren  - ohne medizinischen Grund.

Voluntary.

Freiwillig.

Und genau um dieses “freiwillig” geht es im Kern für mich.
Wenn eine Frau – egal welchen Alters – sich entscheidet, ihre Eizellen einfrieren zu lassen, dann sollte das eine persönliche und freiwillige Entscheidung sein. Eine Entscheidung, die nur sie allein (oder mit ihrem Partner, wenn sie einen hat) fällt.

Keine Entscheidung zu der die Gesellschaft sie zwingen sollte.

Keine Entscheidung zu der sie sich aus Karriere-technischen Gründen gezwungen fühlen sollte.

Und erst Recht keine Entscheidung, die sie mit ihrem Arbeitgeber diskutieren sollte oder müsste.

So sehr “work” und “life” durch die digitalen Medien und das damit verbundene “always on” heutzutage verschwimmen, die Familienplanung sollte ganz klar Privatsache bleiben. Die Entscheidung für ein Kind ist für eine Frau, ein Paar oder eine Familie so intim, so privat und so großartig, dass sie nicht in einem Vertrag geregelt werden sollte. Jeder Frau sollte absolut freigestellt sein was sie mit ihren Eizellen macht. Arbeitgeber sollten sich aus meiner Sicht darauf konzentrieren die Rahmenbedingungen zu verbessern innerhalb derer Karriere und Kinder sich besser vereinbaren lassen als in diesen intimsten Bereich der Frau und Familie vorzudringen.

Außerdem gibt es so viele offene Fragen, deren Antworten noch absolut nicht greifbar sind:

Was passiert mit den Eizellen, wenn ich gekündigt werde und die Kosten der Einlagerung nicht mehr bezahlen kann?

Was passiert mit den Eizellen, wenn ich ein bestimmtes Alter überschreite? Legt der Arbeitgeber mir dann nahe sie vernichten zu lassen, damit er nicht mehr zahlen muss?

Was passiert mit den Eizellen, wenn ich sie bis zur Rente aufbewahre und dann in Ruhestand gehe?

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Was passiert, wenn in ein paar Jahren Eizellen-Verkauf erlaubt ist (kann ja auch nur noch eine Frage der Zeit sein) und ich die Eizellen verkaufen möchte? Gehören Sie dann mir oder meinem Arbeitgeber? Oder muss ich sie ihm abkaufen? Oder ihm die Kosten der Einfrierung nachträglich erstatten?

Und wie lange muss ich dem Arbeitgeber versprechen nicht schwanger zu werden, damit er die Kosten des Einfrierens überhaupt übernimmt? Was passiert, wenn ich trotzdem vorher schwanger werde?

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Fragen über Fragen, die so persönlich sind, dass es für mich unvorstellbar ist, diese mit meinem Arbeitgeber zu diskutieren.

Ich denke, dass der Druck, den sich Frauen rund um das Thema Schwangerschaft machen, eh schon groß genug ist. Das Thema verliert an Leichtigkeit mit jedem Jahr, das man älter wird, jedem Gespräch welches man über das Thema führt und jeder Person, die man in diese private Entscheidung einweiht. Und es verliert endgültig an Leichtigkeit, wenn es Teil des Arbeitsvertrages oder des Personalentwicklungs-Gesprächs wird.

Wenn Arbeitgeber in Deutschland also aufgrund der aktuellen Social Freezing Diskussion wirklich darüber nachdenken sollten, ob sie Frauen auf diese Weise unterstützen wollen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen, dann hätte ich folgenden – wenig überraschenden – Gegenvorschlag:

Wenn sie denselben Betrag nähmen und in den Bau einer Betriebskita stecken würden und jeder Frau einen Gutschein für einen Kitaplatz ab eines Kindesalters ihrer Wahl in die Hand drücken würden, dann würde das dazu führen, dass Frauen früher Kinder bekämen, schneller in den Beruf zurückkehren würden und der Zeugungsprozess des Kindes das bliebe, was er sein sollte:

Privatsache.

Verena Pausder

Freitag, 17. Oktober 2014

Portrait Verena Delius

Ich habe am 22. August 2014 das gemacht, was jedes Jahr um die 380.000 Menschen in Deutschland tun. Ich habe geheiratet.
Das mag in Berlin-Mitte ein bisschen exzentrisch sein, aber im Rest von Deutschland ist es glaube ich ein ziemlich normaler (wenn natürlich auch über die Maßen emotionaler und großartiger) Vorgang.

Es ist auch nicht besonders außergewöhnlich als Frau seinen Nachnamen zu ändern. Und dennoch ist es für jede Einzelne eine große Veränderung. Für mich auch.

Verena Pausder.

Pausier?

Nein, Pausder.

Pausner?

Nein, Pausder!

Pausta?

Nein, Pausder!!!

Google hält 692 Suchergebnisse parat, wenn ich meinen neuen Namen google. Da ist also noch “room for improvement”. Zum Glück gibt es auch noch keine andere Verena Pausder, die bereits seit Jahrzehnten Thesenpapiere zu “Arbeitende Mütter sind eine Zumutung”, “Die Digitalisierung bringt uns alle um” oder “Bielefelder sind die schlechteren Deutschen” veröffentlicht hat. Dann hätte ich es jetzt richtig schwer meinen digital footprint zu setzen und die digitale Hoheit über meinen neuen Namen zu erobern.

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#BERschämend – Meine persönliche Demo gegen die BER-Führung

Dienstag, 22. April 2014

No BER

Seit 2,5 Jahren lebe ich in Berlin. Seit 2,5 Jahren liebe ich das Leben in dieser Stadt. Seit 2,5 Jahren versuche ich die Berichterstattung über Verschiebungen, Pannen und Katastrophen rund um den BER zu ignorieren.

Seit 2,5 Wochen funktioniert das nicht mehr.

Ich habe mich nie eingereiht in die Anti-Berlin-Parolen, dass hier alles länger dauert, alles schlechter geplant, die Stadt eine einzige Baustelle und die Stadtplanung eine Katastrophe ist. Denn ich habe immer lieber gesehen, was sich in Berlin bewegt und was diese Stadt so lebendig und spannend macht wie kaum eine andere.

Aber BER ist nicht Berlin. BER ist nicht lebendig und spannend. BER ist nicht weltoffen und cool. BER ist nicht zukunftsweisend und innovativ.

BER ist BERschissen gemanagt, BERatungsresistent und BERschämend für unser ganzes Land.

BER ist das personifizierte Versagen der alten Management-Garde und Politik.

4,6 Milliarden Euro hat der Flughafen bisher gekostet. 2 Milliarden sollte er kosten. Und ein Ende der Verschwendung ist nicht in Sicht. Schätzungen besagen, dass es bis zur Fertigstellung – ach ja, wann war die nochmal? –mind. noch 1,4 Milliarden mehr werden. Bei späterer Fertigstellung noch mehr.

Ich überlasse es Journalisten zu erheben, was man in Deutschland mit mind. 4 Milliarden Euro hätte machen können.

Im Zweifel ziemlich viel.

Aber das ist es noch nicht mal was mich so richtig wütend macht. Denn dass Sparsamkeit nicht die Kernkompetenz unserer Politik ist und wir permanent über unsere Verhältnisse leben, daran habe ich mich schon fast gewöhnt.

Was mich richtig wütend macht ist die Verantwortungslosigkeit, Kritikunfähigkeit und fehlende Konsequenzbereitschaft der BER-Führung. Da wird mit stoischer Sonnengott-Attitüde das Missmanagement eines Großprojekts zelebriert, welches wir Tag für Tag mit unseren Steuergeldern bezahlen.

Da werden mit einer Selbstverständlichkeit und Selbstherrlichkeit Fehler kaschiert, Termine nicht eingehalten und Schuld von sich gewiesen wie es in der heutigen Arbeitswelt und -kultur undenkbar geworden ist.

Da trägt die alte Managementgarde vor den Augen der Öffentlichkeit ihren Arbeits- und Führungsstil zu Grabe. Einen Führungsstil, der geprägt ist von großen Egos, Hierarchien und Angstkultur. Von der naiven Vorstellung, dass es lediglich einen Messias oder Übervater brauche, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den man selber richtig tief reingeschoben hat.

Die alte Management-Garde glaubt immer noch, dass die größten Egos den größten Erfolg erzielen. Dass ein Sonnengott durch seine pure Präsenz Brandschutzauflagen erfüllen und grobe Baumängel ausmerzen kann. Dass Einzelbüros, lange Flure und intransparente Entscheidungen ein Zeichen der Stärke und eine offene Gesprächskultur, Fehlereingeständnisse und Kritikfähigkeit eine Führungsschwäche bedeuten.

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Frauenquote? Really?

Dienstag, 10. Dezember 2013

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Das Thema Frauenquote ist (mal wieder) omnipräsent. Eigentlich war es nie weg,  aber jetzt ist es amtlich: Ab 2016 sollen 30% der neu zu besetzenden Aufsichtsratspositionen durch Frauen besetzt werden.

Bisher habe ich mich immer erfolgreich um eine abschließende Meinung zum Thema „Frauenquote“ gedrückt, aber jetzt habe ich plötzlich das Bedürfnis nach einer klaren Position. Gar nicht so einfach.

Ein Selbstversuch.

Die Frauen meiner Generation wollen viel vom Leben und es wird viel von ihnen erwartet. Wir wollen (mal mehr, mal weniger) und sollen Kinder bekommen, gerne mehr als 1,3 und gleichzeitig Karriere machen und die Führungsetagen erobern.

Best of all worlds ist das Ziel.

Überforderung und Selbstzweifel häufig die Realität.

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Aus meiner Sicht werden wir ein modernes Frauenbild in Deutschland prägen und junge Frauen für ihren Weg bewundern und respektieren, wenn wir sie selber entscheiden lassen, welchen Weg sie gehen wollen. Eine kinderlose Top-Managerin kann genau so glücklich werden wie eine Vollzeitmutter, die keinen Beruf ausübt. Eine Mutter, die Teilzeit arbeitet kann genauso erfüllt sein (von Job und Kindern) wie eine Vollzeit-arbeitende Mutter. Entscheidend für das Glück jeder Einzelnen (und damit der Gesellschaft) ist – wie ich bereits schon mal in diesem Blogpost geschrieben habe – , dass wir aufhören Frauen durch Frauenquote und Betreuungsgeld zu bevormunden und ihnen anfangen zuzutrauen, dass sie in der Lage sind ihren Weg selber zu gehen.

Im Gegenzug dürfen wir jungen Frauen uns nicht über mangelnde Chancen beschweren – denn sie sind größer und vielfältiger denn je – sondern unser Leben selbst in die Hand nehmen. Es ist neu, dass wir die Wahl haben. Jetzt müssen wir den Mut haben, die Chancen, die sich bieten, selbstbestimmt zu ergreifen.

Folglich bin ich gegen die Quote.

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Unsere Kinder sind kein Projekt

Donnerstag, 7. Februar 2013

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Alle paar Monate kommt dieser Moment. Dass mir ein Thema plötzlich so unter den Fingernägeln brennt, dass ich nicht anders kann als meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sie ohne viel Nachdenken herunterzuschreiben.

Am Sonntag gab es mal wieder so einen Moment. In der „Welt am Sonntag“ habe ich den Artikel „Die Geschichte vom ewigen Zappelphilipp“ gelesen mit der Unter-Überschrift „Nie zuvor wurden in Deutschland so viele ADHS-Fälle diagnostiziert“.

Dieser Artikel hat eine Flut von Gefühlen und Gedanken bei mir freigesetzt, die ich jetzt ungefiltert mit Euch teile.

Der Stein meines Anstoßes ist das folgende Zitat einer Mutter in dem WamS-Artikel:

„Wenn im Kindergarten alle malten, zog mein Sohn sich zurück und las. Und heute noch, wenn ich in sein Zimmer komme, und er sitzt mit dem Rücken zur Wand, dann erschrickt er sich zu Tode, weil er sich in einer Parallelwelt befindet“.

Ja und?

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Passion

Mittwoch, 19. September 2012

I am very passionate. About a lot of things. It is basically my „conditio sine qua non“, something I cannot live without. Passion is my personal basis for motivation, enthusiasm and success. If I am not passionate about something I will not be very good at it. Neither try particularly hard. And people will notice that it is something I have to do rather than something I love doing.

So when I got the invitation to speak at the Hasso Plattner Forum last week about passion I passionately said „yes“!

I was running through the Volkspark Friedrichshain a few days before the Forum and started thinking about my speech and what passion actually means to me in business life. And what the ingredients of passion are. I came up with 7 things that drive and show my passion. Their first letters make up the word „passion“. So here we go:

Seven principles of passion

People – You might say this is a no-brainer. Or something everybody would say. But seriously, if you think about passion it is almost naturally linked to the people around you. In my eyes you can only be passionate about something if you are surrounded by the right people. And with that I don´t only mean team members, but also customers, investors, the press, your peer group and your family. We are a tech company and could easily hide behind our computers and devices. So it is absolutely vital that we experience real moments with real people. And that we show and receive human reactions to our products. I am most passionate about our company and the Apps we develop when I experience kids or their parents playing our Apps. That is our purpose of existing as a company. It makes us passionate that we create Apps and games that add fun, colour, laughter and entertainment to peoples lives.

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Nomophobie – eine Selbsterkenntnis

Dienstag, 31. Juli 2012

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Nomophobie heißt laut Wikipedia “No Mobile Phone – Phobia’” und bedeutet übersetzt “Kein-Handy-Angst”‘. Als Nomophobie bezeichnet man die Angst, mobil unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein. Die Verunsicherung und Leere, die man spürt, wenn das Handy aus, kaputt oder unerlaubt ist. Die Abhängigkeit, die man verspürt. Das Gefühl, ohne sein Handy nicht leben zu können.

Ja, ich hatte Nomophobie.

Nicht im Endstadium, aber schon absolut kritisch.

Wenn es einen Fragebogen mit 10 Fragen gäbe „Wie erkenne ich, dass ich Nomophobie habe“, dann würde ich im negativen Sinne sicherlich stark an die Höchstpunktzahl heranreichen. 66% der Briten sind übrigens nomophob. Und wenn ich mich in Deutschland umschaue, vermute ich ähnliche Raten.

Sehr vielen von Euch mag das völlig absurd erscheinen. Nach dem Motto „Ist die gaga?“, „Wovon redet die?“, „Will die uns ernsthaft weißmachen, man könnte von seinem Handy abhängig sein?“

Viele andere werden sagen „Na, das wurde ja auch mal Zeit, dass die das merkt. Diese Erkenntnis hätte ich ihr aber auch schon vor Monaten wenn nicht Jahren mitteilen können, die Sucht war ja offensichtlich!“

Wie dem auch sei. Ihr Alle wisst, dass Erkenntnisse erst dann etwas wert sind, wenn man sie selber hat. Denn Menschen können noch so oft Bedenken äußern oder auf Missstände hinweisen, erst wenn man selber das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt oder man sich falsch verhält, ist man bereit etwas zu ändern.

An dem Punkt war ich vor ein paar Wochen.

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