Archiv für die Kategorie „Kommunikation“

Mehr Gründerinnen und Unternehmerinnen braucht das Land!

Montag, 26. September 2011

Schon so lange wollte ich mich mal zu dem Thema “Gründerinnen” und “Unternehmerinnen” äußern und dann kam Gründerszene vorbei und hat mir die richtigen Fragen gestellt. Und plötzlich war es ganz einfach Antworten zu haben:-)

Leadership qualities – my personal guidelines for being a good leader

Freitag, 12. August 2011

Everyday I meet people. Great people, people I admire, people I can learn from, people that do things in innovative and unexpected ways, people that do things differently than I do, people that impress me. People that are successful, people that have character, people that don´t give up, people that inspire others, people that motivate me.

And I am interested in – or even fascinated by – the dynamics of people in business life. How people interact in companies. How they communicate with each other. Whom they follow and who disappoints them. What great leaders do differently to weak CEOs. How people make companies successful or how mis-management lets companies fail.

Over the years I have had the chance to watch CEOs, entrepreneurs and employees in very small to very large companies. And with every experience I made, every corporate culture I met or every interaction I had it became clear to me how I would lead a business and especially people, if I had the chance. And what I would try to avoid.

Since September 2010 I have the chance. And after one year at Young Internet I would like to share with you my personal guidelines for being a good leader. Not because I think you don´t have guidelines of your own. Not because I think I would be the person you have been waiting for to tell you. And definitely not because I think that this is the only possible way to do it.

It simply is my way of doing it. And for me it works.

What makes me very confident about these guidelines is that I didn´t come up with them theoretically and then tried them out in real life. It was the other way around. I intuitively tried them out and they worked. That´s why I have now written them down to inspire others and share my experiences.

So here we go:

1. Care about people

  • Show real interest in your employees
  • Have regular feedback talks with everybody
  • Treat others like you want to be treated yourself

2. Be transparent

  • Communicate openly and mean what you say
  • Be yourself in social networks and not somebody you would like to be
  • Show weaknesses – that´s human
  • Admit mistakes – nobody is perfect
  • Don´t try to play a role – be yourself (people will find out anyway)

3. Focus

  • Define a clear strategy, goals and milestones
  • Have a stop-doing list
  • Have real company USPs – don´t be average

4. Take decisions – and execute

  • Take risks
  • Be reliable – and stick to your decisions
  • Fight for your beliefs
  • Analytics + gut feeling = best of both worlds

5. Hire people that are better than you - self-explanatory

6. Avoid attitude – don´t think you´re special

  • Treat people with respect – no matter who they are
  • Be modest and humble
  • Do the “stupid” things
  • Be polite – to everybody

7. “Walk around the pond” – at least once a week

  • Have the big picture – at all times
  • Have a vision
  • Have a mission
  • Define corporate values – and stick to them
  • Work strategically – don´t get stuck in micromanagement
  • Trust your people

Do I live up to these guidelines all the time? I seriously try to. And if I don´t, I am the first to notice.

Why didn´t I put things like “motivate”, “inspire” and “create team spirit” which are extremely important leadership qualities? Because I think that they are the result of everything I listed. I truly believe that following these guidelines leads to being motivating and inspiring. And to creating a great team spirit.

This should be the ultimate goal for every good leader.

The age of possible – key insights from DLDWomen 2011

Montag, 4. Juli 2011

Mir brennt es unter den Fingernägeln meine Gedanken und Eindrücke vom diesjährigen DLD Women zu posten. So here we go!

DLD Tasche

Die erste Frage, die sich mir (und wahrscheinlich vielen Anderen) stellte war: Braucht es wirklich einen DLD Women? Es gibt sicherlich viele gute Gründe, warum es eigentlich keinen braucht. Aus zwei Gründen glaube ich aber, dass der DLD Women ein echter Mehrwert ist. Zum einen schafft es dieser Event, dass Frauen endlich mal miteinander networken. Ihnen bleibt auch gar nichts anderes übrig, weil kaum Männer da sind. Und genau das ist wichtig. Denn beim DLD Women gehen plötzlich Frauen aufeinander zu, machen sich Komplimente, vernetzen sich, wollen sich wiedersehen, einander helfen, sich weiterempfehlen. So wie Männer das untereinander jeden Tag und ohne Anlass machen.

DLD World Cup Night - the girls

Zum Anderen ist es ziemlich beeindruckend, eine so geballte female power auf Podien, in Vorträgen, bei Workshops und im Gespräch zu erleben wie beim DLD Women. Eine tolle Frau jagt die nächste und die Tatsache, dass man so viele innerhalb der zwei Tage sieht ist eine echte Inspiration. Es bestätigt das, was ich immer sage. Wir müssen nicht so viel über Frauen, Frausein, den Unterschied zwischen Frauen und Männern und Gleichberechtigung reden, sondern einfach erfolgreiche Frauen zu Wort kommen lassen, die als Vorbilder dienen. Das bringt viel viel mehr.

Weshalb Vorbilder und Bilder im Kopf so wichtig sind, hat Maria Furtwängler am ersten Morgen sehr gut gesagt. Sie stellte richtig fest, dass uns für bestimmte Situationen Bilder im Kopf fehlen und wir die Situationen daher eigenartig oder ungewöhnlich und deshalb unnatürlich finden. Wenn uns beispielsweise ein weiblicher Pilot auf unserem Flug von Hamburg nach München begrüßt, erwischen wir uns dabei, wie wir kurz denken “Kann die das oder soll ich lieber aussteigen”. Denn uns fehlt einfach ein Bild einer blonden Pilotin im Cockpit. Daher gilt es Bilder im Kopf zu schaffen, die Ausnahmesituationen normal erscheinen lassen. Dafür ist der DLD Women großartig, denn nirgendwo sonst hat man nach zwei Tagen so viele neue, positive und beeindruckende Bilder von Frauen in den unterschiedlichsten Situationen im Kopf.

Mein absolutes highlight des DLD Women sind daher die tollen Frauen, die ich dort getroffen und kennengelernt haben. Katharina Borchert, CEO von Spiegel Online, Konstanze Frischen, Gründerin von Ashoka, Sara Hürlimann, Gründerin und Geschäftsführerin von zahnarztzentrum.ch, Caroline Drucker, Partner Marketing Manager von Soundcloud, Joana Breidenbach von betterplace und viele viele mehr.

Ein weiteres highlight war der Auftritt von Leonie Casanova mit ihrem song “I wanted New York” über Gegensätze, Widersprüche und Kontraste im Leben. Der Song geht wirklich unter die Haut und ist seitdem mein No. 1 Ohrwurm. Das Video ist von einer diesjährigen TEDx-Veranstaltung, weil es leider keinen Mitschnitt vom DLD gibt.

Ein weiteres highlight war der Kurz-Film, den Ernst & Young extra für den DLD Women gemacht hat. Er zeigt die technologische, gesellschaftliche, politische Entwicklung und the rise of women der letzten 60 Jahre und ist absolut sehenswert. Leider gibt es ihn nicht in abstrahierter Form, aber beim folgenden Video läuft er ca. ab der 5. Minute.

Dann gab es eine sehr spannende Podiumsdiskussion über Consumer Trends. Aus dieser session kann ich ganz besonders den folgenden Kurzfilm empfehlen, der eindrucksvoll zeigt, in welche Richtung sich das Shoppingverhalten der Zukunft verändert und wie die mobile revolution unsere Art zu leben und einzukaufen verändern wird.

Ich selber durfte auch an einer Podiumsdiskussion rund um Unternehmertum, Erfolg und Misserfolg teilnehmen und war schwer beeindruckt von unserer Moderatorin Daniela Hinrichs und meinen Mitstreiterinnen Sara Hürlimann, Claudia Dietze und Benita Justus. Meiner Meinung nach ist es uns wirklich gelungen, unsere eigenen Erfahrungen anschaulich zu teilen und das Publikum zu motivieren, aufzuwecken, neugierig zu machen und für Unternehmertum zu begeistern.

All in all kann man sagen, dass es zwei tolle Tage in München waren und ich voller Energie, Motivation und neuer Bilder in diese Woche starte.

Open communication rocks

Montag, 20. Juni 2011

Es war schon immer mein Ziel – wenn nicht sogar Traum – ein Unternehmen so zu führen, dass man gegenüber Mitarbeitern, dem Managementteam und den Gesellschaftern offen, ehrlich und transparent kommuniziert. Die Dinge beim Namen nennt. Einfach sagt wie es ist. Nicht um den heißen Brei herumredet.
Das klingt zunächst mal ziemlich cool, modern und idealistisch.

Ist es auch.

Wenn man es konsequent macht, dann gewinnt man mit open communication Vertrauen und Respekt. Ist glaubwürdig, greifbar, ehrlich und menschlich.

Das ist aber weder einfach noch bequem.

Wie oft habe ich mich dabei erwischt, Dinge, die mich oder das Unternehmen in einem guten Licht erscheinen lassen, gerne offen kommunizieren zu wollen und die schwierigen Themen unter den Tisch fallen zu lassen.
Doch so funktioniert das leider nicht. Besonders Mitarbeiter merken, ob sie immer nur die halbe Geschichte bekommen. Und sie merken erst an unangenehmen, persönlichen oder kritischen Themen, dass man offene Kommunikation wirklich ernst nimmt.

Das Resultat offener Kommunikation ist nicht nur Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Respekt. Es gibt auch viele Nebeneffekte.
Positiver und negativer Art.
Positive Effekte sind, dass die Gerüchteküche kleiner, der „Flurfunk“ deutlich unspannender und damit weniger ausgeprägt ist und die Unsicherheit sicherer wird. Es wird weniger gemutmaßt und mehr über Fakten gesprochen. Man beschäftigt sich mehr mit der Gegenwart und Zukunft als mit der Vergangenheit. Und Menschen fühlen sich ernst genommen und geben den Vertrauensvorschuss, den offene Kommunikation mit sich bringt, dem Unternehmen im Idealfall in Form von Loyalität und Motivation zurück.
Negative Auswirkungen sind, dass manchmal gerade erst offene Kommunikation zu Unsicherheit führt, weil man unangenehme Wahrheiten hört, über die man sich sonst gar keine Gedanken gemacht hätte. Außerdem wäre es leichter, wenn es verschiedene Abstufungen von offener Kommunikation geben dürfte, um jedem die verdauliche Menge an Offenheit zu geben, die er am besten verträgt. Das wäre aber nicht offen, sondern eingeschränkt oder abgestuft offen.

Natürlich ist offene Kommunikation nicht wahllos auf jedes Unternehmen gleichermaßen anwendbar. Natürlich müssen börsennotierte Unternehmen mit offener Kommunikation anders umgehen als kleine Startups. Aber die Grundidee, die hinter offener Kommunikation steht, nämlich sich zu trauen die Wahrheit zu sagen, sollte für jeden guten Unternehmer die Basis seines Handelns sein.

Um offen kommunizieren zu können und als Mitarbeiter mit offener Kommunikation umgehen zu können braucht es ein gesundes Maß an Kritikfähigkeit, Selbstreflexion und Selbstbewusstsein. Und man muss bereit sein, Verantwortung zu tragen. Für das was man sagt und für das, was es in Menschen auslöst. Die Wahrheit ist häufig schonungsloser und schmerzhafter als eine Variante, Veränderung oder Abschwächung der Wahrheit. Die Abschwächung ist kurzfristig für Alle angenehmer. Aber sie holt einen ein. Und tut dann mehr weh und wirkt wesentlich länger nach.

Offene Kommunikation ist übrigens keine Bringschuld des Managements gegenüber den Mitarbeitern, sondern eine gegenseitige Pflicht. Die Mitarbeiter sind gleichermaßen aufgefordert, offen ihre Probleme, Wünsche, Kritik, Zweifel und Verbesserungsvorschläge zu kommunizieren. Und werden dafür gelobt und nicht bestraft. Offene Kommunikation darf aber nicht als Automatismus falsch verstanden werden, dass sich alles, was man an- oder ausspricht auch ändert oder berücksichtigt wird. Es wird diskutiert, evaluiert und abgewogen. Und danach wird entschieden. Wie bei jedem anderen Thema auch.

Bei Young Internet haben wir „open communication rocks“ zu einem unserer vier zentralen Unternehmenswerte gemacht, um die Wichtigkeit dieses Grundsatzes für das Unternehmen zu unterstreichen.

Es gab bereits viele Momente, in denen open communication zu großem Zusammenhalt im Team geführt hat, aber auch Tage an denen offene Kommunikation Unverständnis, Unsicherheit und Verärgerung ausgelöst hat. Diese Tage sind wichtig, denn sie machen einem immer wieder bewusst, dass offene Kommunikation kein Selbstläufer ist.

Denn wenn es einfach wäre, würde es ja jeder machen.