Archiv für die Kategorie „Wirtschaft“

Wie Firmen künftig die besten Mitarbeiter finden

Freitag, 21. August 2015

Es ist eigentlich egal wen man fragt. Ob Mittelständler, DAX-Konzern oder Startup. Die Antwort auf die Frage, was der wichtigste Erfolgsfaktor des Unternehmens sein wird, lautet einstimmig: Die Rekruitierung erstklassiger Mitarbeiter.

Land auf, Land ab wird diskutiert, wie Unternehmen ihr Rekruiting verbessern können im immer stärker werdenden Kampf um die besten Talente. Doch häufig gehen die Maßnahmen der Unternehmen an den Wünschen und Wertvorstellungen der Mitarbeiter vorbei. Wenn man die Menschen fragt, die in Massen in die Startups vor allem in Berlin, Hamburg, München und Köln strömen, warum sie sich für einen Job in diesen jungen Unternehmen entscheiden, statt in größere, traditionelle Unternehmen zu gehen, dann bekommt man spannende Antworten.
Antworten, die zeigen, dass Mitarbeitergewinnung immer anspruchsvoller und vielschichtiger wird.
Und Antworten, die zeigen, dass das Erfolgsgeheimnis, warum sich Menschen für ein bestimmtes Unternehmen entscheiden, immer häufiger die Unternehmenskultur ist. Und zwar nicht die am Reißbrett entworfene, sondern die im Alltag gelebte.
Sie wird zum Maßstab aller Dinge. Sie muss zu den eigenen Überzeugungen passen. Sie muss sich mit den eigenen Werten im Einklang befinden, damit es beim Mitarbeiter wirklich klickt. Aber was sind die Wertvorstellungen und Wünsche, die Menschen heute an ihren Arbeitgeber richten?

Constanze Buchheim, die Gründerin von ipotentials hat es sehr schön gesagt: Macht über die eigene Zeit haben zu können und der Wunsch, Lebenszeit entlang der eigenen Wertvorstellungen einzusetzen, sind in unserer Wahrnehmung zwei der wichtigsten Faktoren bei der heutigen Jobwahl.

Und so wird immer wichtiger, die Bedürfnisse und Wertvorstellungen potentieller Mitarbeiter zu kennen, um diese für sich gewinnen zu können:

  • Selbstbestimmung ist das neue Statussymbol: Diejenigen, die in Positionen arbeiten, in denen sie selbstbestimmt agieren und sich entwickeln können, haben es ‚geschafft‘.
  • (Lebens-)Zeit wird zum höchsten Gut: Sabbaticals und andere zeitliche Freiräume wie Home Office Lösungen, Personal Days oder ähnliches sind unendlich wertvoll für den Mitarbeiter. Die flexible Arbeitszeitgestaltung wird zum zentralen Ansatzpunkt im Anreizsystem. Output ist wichtiger als Input.
  • Arbeitsortgestaltung: Mitarbeiter sind nicht mehr bereit, das eigene soziale Leben für schlechte Standorte aufzugeben oder den Großteil eines Tages an einem ungemütlichen Ort zu verbringen. Standorte und Bürogestaltungen werden zum Wettbewerbsfaktor. Die Qualität der Kaffeemaschine und die Wahlmöglichkeit des Arbeitsgeräts (Mac, iPhone etc.) wird zum Entscheidungskriterium.
  • Wertekongruenz und Identifikation: Kandidaten möchten eher bei den Unternehmen arbeiten, deren Wertesysteme ihrem eigenen sehr ähnlich sind und deren Vision und Mission sie somit mittragen wollen, damit die Lebenszeit sinnvoll eingesetzt ist. Private und berufliche Gedankenwelten verschmelzen, weil beide Bereiche für den Mitarbeiter identisch wertvoll sind. Dennoch oder gerade deshalb wird darauf geachtet, dass Zeit für Privates nicht zu kurz kommt.
  • Geld verliert Steuerungskraft: Geld ist nicht weniger wichtig, aber niemand ist mehr bereit, die eigenen Werte für mehr Geld zu verkaufen. Dennoch ist das Gehalt und seine Entwicklung weiterhin ein Maßstab für Erfolg und Wertschätzung.
  • Status verliert an Bedeutung: Status ist per se dem Wunsch nach Augenhöhe gegenläufig, daher wird er immer stärker abgelehnt. Besitz ist kein Statussymbol mehr, sondern belastet vielmehr. Die Bahncard wird dem Dienstwagen vorgezogen.
  • Titel werden unwichtig: Führungsanspruch entsteht aus Vertrauen und Kompetenz, nicht durch Ernennung. Titel werden daher unbedeutend. Eventuell werden Führungskräfte in wenigen Jahren vielleicht sogar gewählt.
  • Entwicklungsmöglichkeiten: Wunsch nach stetiger Entwicklung entspringt der Überlegung, das Beste aus dem Leben zu machen und sich stets Wahlmöglichkeiten zu erhalten. Entwicklung bedeutet aber nicht immer Drang zu führen. Aufstieg wird nicht um jeden Preis erwünscht.
  • Management mit Vertrauen: Es wird unnötig – Wertekongruenz vorausgesetzt – den Mitarbeiter zu kontrollieren, weil er ein Eigeninteresse am Ergebnis hat. Aus diesem Grund ist auch eine zu starke Arbeitszeitregulierung nicht mehr nötig, Mitarbeiter wünschen sich auch vor dem Hintergrund ihres Selbstbildes und des privaten Fokus Selbstbestimmung mit Blick auf die Arbeitszeitgestaltung. Der Wunsch auf Augenhöhe im Unternehmen behandelt zu werden ist stark ausgeprägt. Entsprechend ist eine Anpassung der Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter und eine partnerschaftliche Führungsbeziehung wichtig.
  • Innovationsstärke: Niemand will mehr in ‘angestaubten’ Umfeldern arbeiten mit veralteten Methoden und Werkzeugen – innovative Unternehmen haben es definitiv einfacher gute Leute zu bekommen, weil sie eine bessere Reputation haben und Arbeit dort mehr Spaß macht und einfacher ist.

Risikoscheue Deutsche – warum wir so wenig gründen

Freitag, 12. Juni 2015

Die jüngsten Meldungen über den Einstieg von Ausländern in deutsche Start-ups täuschen darüber hinweg, dass Europas wichtigste Volkswirtschaft noch immer keine Hochburg der Entrepreneure ist. 

Wer wie ich in Berlin-Mitte lebt, kann schnell zu dem Schluss kommen, dass in Deutschland ein Gründungs-Boom herrscht und dass jeder junge Mensch davon träumt, Unternehmer zu werden. Politiker sehen deshalb wenig Handlungsbedarf,  das Thema Unternehmertum auf die Agenda zu setzen. Denn es scheint, als liefe das inzwischen von selbst.

Doch das ist mehr Schein als Sein.

Denn laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nimmt die Bereitschaft zur Gründung eines eigenen Unternehmens in Deutschland ab. „Deutschland steckt in einer Gründungsmisere“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer Ende Mai 2015.

Woran liegt es, dass immer weniger gegründet wird und junge Menschen vieles werden wollen  - nur nicht Unternehmer?

Der Hauptgrund liegt meiner Meinung nach in unserer risiko-aversen Mentalität und in der geringen gesellschaftlichen Akzeptanz der Unternehmer.

Wir Deutschen scheuen das Risiko. Dafür gibt es viele Indikatoren, nicht zuletzt der niedrige Anteil der Aktionäre hier zu Lande. Wenn wir zwischen Sicherheit und Risiko sowie den damit verbundenen Chancen wählen sollen, entscheiden wir uns bei der Berufswahl und Geldanlage meistens für Sicherheit. Das ist unsere Komfortzone, außerhalb dieser schlafen wir schlecht.

Hinzu kommt, dass Unternehmer in Deutschland wenig Lobby und Ansehen haben. Sie werden häufig in eine Ecke mit „den Reichen“ gestellt oder mit Erben verwechselt. Wir reagieren auf Unternehmer eher mit Neid und Missgunst, denn mit Stolz und Bewunderung. Wenn Unternehmer scheitern, fühlen wir uns bestätigt, dass ins Risiko zu gehen eher dumm ist als mutig.

Was aber kann man tun, um diese tiefverwurzelten Vorurteile zu entkräften? Wie kann man einen Kulturwandel herbeiführen?

Wir müssen früh anfangen, etwas zu ändern.

Das beginnt mit den Schulen. Hier sollten wir Unternehmerkultur lehren und erlebbar machen. Daran fehlt es fundamental. Fächer wie Wirtschaftskunde behandeln Fallstudien etwa über Konzerne, klammern aber Mittelständler und  Start-ups aus.

Dabei wäre es wichtig, dass schon junge Menschen – unabhängig von Bildung und Beruf der Eltern – Unternehmertum überhaupt als Option kennen lernen und als persönliche Chance begreifen: egal ob als Inhaber eines kleinen Gastronomiebetriebs, eines Einzelhandelsladens, eines Handwerksbetriebs oder einer IT-Firma. Sie alle sind Unternehmer, schaffen Arbeitsplätze und gehen ins Risiko mit der Chance,  langfristig auf eigenen Beinen zu stehen.

Im Mai war ich beim „Girls Day“ im Bundeswirtschaftsministerium und habe dort vor rund 100 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren aus meinem Alltag als Unternehmerin berichtet. Auf meine Frage, wer von den Mädchen später ein eigenes Unternehmen haben wolle, meldeten sich fünf.

Das ist die Realität in Deutschland. „Kein Geld“, „zu viel Risiko“ und „keine Ahnung wie das geht“ waren die häufigsten Begründungen.

Da müssen wir ran, wenn wir Unternehmertum in Deutschland massentauglich machen wollen. Wir müssen junge Menschen schon früh ermutigen und befähigen, sich selbständig zu machen.

Der zweite Grund, warum es in Deutschland zu wenig Gründer gibt, ist aus meiner Sicht der schwierige Zugang zu Kapital. Und das auf allen Ebenen.

Die Bundesregierung hat beispielsweise die Vergabe des staatlichen Gründungszuschusses vor vier Jahren massiv eingeschränkt. Prompt ging die Zahl der Gründungsgespräche bei den dafür zuständigen staatlichen Stellen deutlich zurück. Öffentliche Förderprogramme  wie die der staatlichen Bank KfW sind zu bürokratisch; viele sind unbekannt, schwer zugänglich und so komplex, dass sie insbesondere Neugründer eher abschrecken als ermutigen.

Ein neues Gesetz, dessen Entwurf vorliegt, würde Business Angels schwächen, die für Gründer in der frühen Unternehmensphase absolut lebenswichtig sind. Dieses Gesetz zur sogenannten Streubesitzdividende, das verhindern würde, dass Business Angels ihre Gewinne aus Beteiligungen wieder in risikoreiche Frühphasen-Investments reinvestieren würden, gilt in der Start-up-Szene inzwischen als Anti-Angel-Gesetz.

Sollte das Gesetz in diesem Jahr in der jetzigen Form verabschiedet werden, würde es die Seed-Finanzierung, also die Anfangsfinanzierung von Start-ups, in Deutschland ganz massiv beeinträchtigen. Denn gerade in der Anfangsphase ist es für  Gründer schwer, Geld von institutioneller Seite zu bekommen, ob vom Staat,  von Finanziers wie Banken oder von Risikokapitalgebern. Denn für sie ist die Gefahr oft zu groß, dass diese jungen Unternehmen scheitern. Deshalb sind Business Angels extrem wichtig, um Gründern Geld für den Start zu geben, aber besonders auch, um  Knowhow und ein Netzwerk zur Verfügung  zu stellen. Wird diese Finanzierungsquelle, wie zu befürchten ist, ausgetrocknet, dürften die Gründungen weiter zurückgehen.

Auch bei der Wachstumsfinanzierung für junge Unternehmen hinkt Deutschland international hinterher. 2013 betrugen die gesamten Investitionen von Risiko-Kapital, also Venture Capital, 700 Millionen Euro. Das sind nicht einmal 0,03 Prozent des Bruttoinlandprodukts, gegenüber 0,2 Prozent in den USA und 0,3 Prozent in Israel. Das zeigt, wie schwer es für Gründer in Deutschland ist, ohne Sicherheiten an Geld zur Finanzierung des Wachstums zu kommen.

Wenn wir die Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Neugründungen nicht verbessern, dürfen wir uns nicht wundern, wenn vielen schon vor der eigentlichen Gründung des Unternehmens die Luft ausgeht, weil der Zugang zu ausreichend Kapital fehlt.

Der letzte Punkt, der meiner Meinung nach Unternehmensgründungen in Deutschland behindert, ist die staatlich geforderte überbordende Bürokratie gerade in der Anfangsphase eines Unternehmens.

Klar, es handelt sich nicht um unüberwindbare Hindernisse und jeder, der Geld, Idee und ein Team beisammen hat, wird sich von der Bürokratie einer Gründung nicht abschrecken lassen. Aber machen wir es doch bitte den Menschen nicht unnötig schwer.

In Deutschland zu gründen dauert deutlich länger und ist viel komplexer als in vielen anderen europäischen Ländern. Warum gibt es nicht einfach ein Unternehmer-Helpdesk bei den Behörden, das Gründern bei allen Schritten hilft und sie im Idealfall gleich mit anderen Gründern vernetzt. Statt dass sich jeder Gründer auf eigene Faust einen Anwalt für die Gesellschaftsverträge und die Satzung, einen Notar, einen Buchhalter, einen Steuerberater und ein Lohnbüro suchen muss, könnten diese Dienstleistungen zentral angeboten werden und so die Hemmschwellen bei einer Gründung deutlich verringert werden.

Wir sind also gut beraten, die bürokratischen Anforderungen an Gründer zu reduzieren, statt diese mit neuen Dokumentationspflichten wie beim Mindestlohn oder beim Monster Arbeitsstättenverordnung abzuschrecken. „Weniger ist mehr“ sollte es bei den administrativen  Pflichten heißen und „so viel wie möglich“ bei den Finanzierungsmöglichkeiten – nicht andersherum.

#BERschämend – Meine persönliche Demo gegen die BER-Führung

Dienstag, 22. April 2014

No BER

Seit 2,5 Jahren lebe ich in Berlin. Seit 2,5 Jahren liebe ich das Leben in dieser Stadt. Seit 2,5 Jahren versuche ich die Berichterstattung über Verschiebungen, Pannen und Katastrophen rund um den BER zu ignorieren.

Seit 2,5 Wochen funktioniert das nicht mehr.

Ich habe mich nie eingereiht in die Anti-Berlin-Parolen, dass hier alles länger dauert, alles schlechter geplant, die Stadt eine einzige Baustelle und die Stadtplanung eine Katastrophe ist. Denn ich habe immer lieber gesehen, was sich in Berlin bewegt und was diese Stadt so lebendig und spannend macht wie kaum eine andere.

Aber BER ist nicht Berlin. BER ist nicht lebendig und spannend. BER ist nicht weltoffen und cool. BER ist nicht zukunftsweisend und innovativ.

BER ist BERschissen gemanagt, BERatungsresistent und BERschämend für unser ganzes Land.

BER ist das personifizierte Versagen der alten Management-Garde und Politik.

4,6 Milliarden Euro hat der Flughafen bisher gekostet. 2 Milliarden sollte er kosten. Und ein Ende der Verschwendung ist nicht in Sicht. Schätzungen besagen, dass es bis zur Fertigstellung – ach ja, wann war die nochmal? –mind. noch 1,4 Milliarden mehr werden. Bei späterer Fertigstellung noch mehr.

Ich überlasse es Journalisten zu erheben, was man in Deutschland mit mind. 4 Milliarden Euro hätte machen können.

Im Zweifel ziemlich viel.

Aber das ist es noch nicht mal was mich so richtig wütend macht. Denn dass Sparsamkeit nicht die Kernkompetenz unserer Politik ist und wir permanent über unsere Verhältnisse leben, daran habe ich mich schon fast gewöhnt.

Was mich richtig wütend macht ist die Verantwortungslosigkeit, Kritikunfähigkeit und fehlende Konsequenzbereitschaft der BER-Führung. Da wird mit stoischer Sonnengott-Attitüde das Missmanagement eines Großprojekts zelebriert, welches wir Tag für Tag mit unseren Steuergeldern bezahlen.

Da werden mit einer Selbstverständlichkeit und Selbstherrlichkeit Fehler kaschiert, Termine nicht eingehalten und Schuld von sich gewiesen wie es in der heutigen Arbeitswelt und -kultur undenkbar geworden ist.

Da trägt die alte Managementgarde vor den Augen der Öffentlichkeit ihren Arbeits- und Führungsstil zu Grabe. Einen Führungsstil, der geprägt ist von großen Egos, Hierarchien und Angstkultur. Von der naiven Vorstellung, dass es lediglich einen Messias oder Übervater brauche, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den man selber richtig tief reingeschoben hat.

Die alte Management-Garde glaubt immer noch, dass die größten Egos den größten Erfolg erzielen. Dass ein Sonnengott durch seine pure Präsenz Brandschutzauflagen erfüllen und grobe Baumängel ausmerzen kann. Dass Einzelbüros, lange Flure und intransparente Entscheidungen ein Zeichen der Stärke und eine offene Gesprächskultur, Fehlereingeständnisse und Kritikfähigkeit eine Führungsschwäche bedeuten.

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Frauenquote? Really?

Dienstag, 10. Dezember 2013

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Das Thema Frauenquote ist (mal wieder) omnipräsent. Eigentlich war es nie weg,  aber jetzt ist es amtlich: Ab 2016 sollen 30% der neu zu besetzenden Aufsichtsratspositionen durch Frauen besetzt werden.

Bisher habe ich mich immer erfolgreich um eine abschließende Meinung zum Thema „Frauenquote“ gedrückt, aber jetzt habe ich plötzlich das Bedürfnis nach einer klaren Position. Gar nicht so einfach.

Ein Selbstversuch.

Die Frauen meiner Generation wollen viel vom Leben und es wird viel von ihnen erwartet. Wir wollen (mal mehr, mal weniger) und sollen Kinder bekommen, gerne mehr als 1,3 und gleichzeitig Karriere machen und die Führungsetagen erobern.

Best of all worlds ist das Ziel.

Überforderung und Selbstzweifel häufig die Realität.

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Aus meiner Sicht werden wir ein modernes Frauenbild in Deutschland prägen und junge Frauen für ihren Weg bewundern und respektieren, wenn wir sie selber entscheiden lassen, welchen Weg sie gehen wollen. Eine kinderlose Top-Managerin kann genau so glücklich werden wie eine Vollzeitmutter, die keinen Beruf ausübt. Eine Mutter, die Teilzeit arbeitet kann genauso erfüllt sein (von Job und Kindern) wie eine Vollzeit-arbeitende Mutter. Entscheidend für das Glück jeder Einzelnen (und damit der Gesellschaft) ist – wie ich bereits schon mal in diesem Blogpost geschrieben habe – , dass wir aufhören Frauen durch Frauenquote und Betreuungsgeld zu bevormunden und ihnen anfangen zuzutrauen, dass sie in der Lage sind ihren Weg selber zu gehen.

Im Gegenzug dürfen wir jungen Frauen uns nicht über mangelnde Chancen beschweren – denn sie sind größer und vielfältiger denn je – sondern unser Leben selbst in die Hand nehmen. Es ist neu, dass wir die Wahl haben. Jetzt müssen wir den Mut haben, die Chancen, die sich bieten, selbstbestimmt zu ergreifen.

Folglich bin ich gegen die Quote.

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Apps für Kinder – warum ich ab heute noch mehr dafür bin als je zuvor!

Donnerstag, 3. November 2011

Grollys Tierwelten

Die häufigste Frage, die mir Eltern stellen, wenn sie hören, dass wir mit Young Internet edukative Online- und mobile games für Kinder entwickeln ist: „Welches Onlineangebot kannst Du mir für mein Kind empfehlen?“ Sprich, welche App ist die richtige für welche Altersgruppe, welches Webangebot eignet sich für die ersten Schritte im Netz, was ist gut für meine kleine Tochter oder meinen kleinen Sohn und wie bringe ich meinem Kind die sinnvolle und verantwortungsbewusste Nutzung von sozialen Netzwerken bei? Wie lange sollten Kinder in welchem Alter das Internet nutzen oder wie oft und lange kann man sie eine App spielen lassen?

Die Unsicherheit ist groß, die Transparenz über die Angebote klein.

Was komplett fehlt, ist ein Portal oder eine Ratgeber-Seite, die Empfehlungen für Eltern ausspricht, welche Mediennutzung in welchem Alter sinnvoll ist und welche Angebote es im Web und auf den mobilen Endgeräten gibt.

Dieses Problem werde ich in diesem Post nicht lösen, aber es steht ganz oben auf unserer Agenda. Nämlich nicht nur geeignete Angebote für Kinder selber zu entwickeln, sondern auch Transparenz zu schaffen, was es bereits gibt und was für welches Alter geeignet ist.

Was wir aber heute geschafft haben ist das Ipad-Angebot für Kinder um ein echtes highlight zu erweitern: Seit heute kann man unsere neueste Ipad-App Grollys Tierwelten kostenlos im Appstore downloaden!

Wer mich kennt weiß, dass ich Produkte, Dienstleistungen oder Bücher nur dann empfehle, wenn ich zu 100% von ihnen überzeugt bin. Und wenn ich sicher bin, dass meine Empfehlung ein absoluter Mehrwert und keine kurzfristige Vertriebsmasche ist.

Ich empfehle heute allen Eltern und Großeltern mit Kindern und Enkelkindern zwischen 2-10 Jahren aus vollem Herzen Grollys Tierwelten. Ich würde das auch tun, wenn wir die App nicht selber entwickelt hätten. Genauso wie ich jedem erzählt habe, dass die “Schlaf gut”-App ein must-have ist, obwohl wir nichts mit der Entwicklung und dem Vertrieb zu tun hatten. Und die App uns eigentlich sogar Konkurrenz macht.

Grollys Tierwelten ist das erste Produkt von Young Internet, welches unseren Anspruch an edukative, liebevoll gestaltete und qualitativ hochwertige Produkte erfüllt. Wir sind einfach unheimlich stolz auf die App, weil wir glauben, dass sie Kinder und Eltern begeistern wird und weil Grollys Tierwelten für uns der endgültige Beweis ist, dass das Ipad das beste Medium ist, um Kindern die digitale Welt spielerisch und sinnvoll näher zu bringen.

Kambodschanischer Urwald

Für Alle, die sich jetzt fragen: „Müssen kleine Kinder denn schon ein Ipad benutzen?“ hier meine Antwort: Natürlich müssen sie das nicht. Aber sie werden mehr mit digitalen Produkten und Medien aufwachsen als jede Generation vor ihnen und der für mich sinnvollste Weg sie an diese digitale Welt heranzuführen ist das Ipad bzw. der tablet Computer allgemein.
Denn diese sind das erste Endgerät, welches Kinder intuitiv benutzen können und welches ihrer Art und ihren Fähigkeiten die (digitale) Welt zu entdecken am nähesten kommt. Was es noch viel zu wenig gibt, sind geeignete Apps für kleine Kinder, die den Anspruch an spielerisches Lernen, Spaß und sinnvolle Beschäftigung in sich vereinen.

Hier haben wir heute mit Grollys Tierwelten einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mehr Gründerinnen und Unternehmerinnen braucht das Land!

Montag, 26. September 2011

Schon so lange wollte ich mich mal zu dem Thema “Gründerinnen” und “Unternehmerinnen” äußern und dann kam Gründerszene vorbei und hat mir die richtigen Fragen gestellt. Und plötzlich war es ganz einfach Antworten zu haben:-)

The Big Five for Life – was wirklich im Leben zählt!

Sonntag, 4. September 2011

Während meines Urlaubs habe ich ein Buch gelesen, welches mich schwer beeindruckt hat: The Big Five for Life. Danach habe ich es bei facebook und Twitter empfohlen und wahrscheinlich jedem, den ich getroffen habe, davon erzählt. Dann habe ich 65 Exemplare für alle Mitarbeiter von Young Internet bestellt und jedem am ersten Tag nach meinem Urlaub eines in die Hand gedrückt. Und dann habe ich weitere 20 Exemplare bestellt und schenke sie jetzt guten Freunden und Bekannten – mit persönlicher Widmung natürlich:-) – in der Hoffnung, dass sie das Buch genauso inspirierend, motivierend und beeindruckend finden wie ich.

The Big Five for Life

Und obwohl sich der Ein oder Andere von Euch sicherlich bereits fragt, ob ich an den Erlösen des Buches beteiligt bin (nein) oder eine Affäre mit dem Autor habe (nein), kommt nun auch noch ein Blogpost zum Buch und zwar aus drei Gründen:

  1. Weder auf facebook, noch auf Twitter, sondern nur im persönlichen Gespräch, konnte ich bisher sagen, was mich an dem Buch eigentlich so begeistert hat. Damit das auch all diejenigen hören bzw. nachlesen können, die mich in letzter Zeit nicht persönlich getroffen haben, fasse ich meine highlights hier zusammen.
  2. Ich erwische mich immer noch mehrmals täglich dabei, wie ich die wichtigsten Erkenntnisse des Buches für mich wiederhole, nachlese oder mir vor Augen führe, deshalb hilft es vor allem mir selbst, wenn ich sie jetzt einfach mal aufschreibe und für mich ordne.
  3. Es interessiert mich natürlich brennend, was Eure Meinung zu dem Buch ist, welche Gedanken Ihr beim Lesen hattet und welche Ideen und Konzepte, die in dem Buch vorgestellt werden Ihr großartig und welche unsinnig oder zu idealistisch findet. Daher bietet dieser Blogpost eine Möglichkeit zur Diskussion.

Als ich unseren Mitarbeitern das Buch geschenkt habe, habe ich das mit der Aufforderung verknüpft, mir nach dem Lesen die Ideen oder Konzepte zu nennen, die sie am liebsten bei Young Internet einführen oder leben würden. Die ersten Antworten habe ich bereits bekommen und ganz vorne steht der Wunsch, ab jetzt ein Mal pro Quartal ein Buch geschenkt zu bekommen. Für mich ist dieser Wunsch eine win-win-win-Situation. Die Mitarbeiter gewinnen, denn sie bekommen alle 3 Monate ein spannendes Buch geschenkt. Ich gewinne, denn ich liebe es anderen Menschen Bücher zu empfehlen, die mich selber begeistert haben. Und unser Unternehmen gewinnt, denn die Bücher, die wir verschenken werden natürlich Bücher sein, welche uns fachlich oder menschlich weiterbringen und damit zu besseren und motivierteren Arbeitskräften machen.

Ich werde nicht versuchen, die im Buch hervorragend beschriebenen leadership-Qualitäten, Methoden und Ideen jetzt in komprimierter und schlechter Qualität widerzugeben, sondern lediglich darauf eingehen, was mich besonders beeindruckt, motiviert und inspiriert hat und warum:

1. Big five for life

Zentral ist sicherlich die Idee, dass jeder von uns seine Big Five for life definieren sollte, um für sich herauszufinden, was ihm wirklich wichtig im Leben ist und was er erreichen möchte. Setzt Euch mal hin und überlegt, was die fünf Dinge sind, die dazu führen, dass Ihr am Ende Eures Lebens sagt – das war genau das Leben, was ich führen wollte! Kreist im Kalender alles ein, was zur Erreichung dieser Ziele beiträgt und fragt Euch bei den anderen Einträgen für wen ihr sie macht und warum sie so viel Platz in Eurem Leben einnehmen, wenn sie nicht dazu beitragen, eines Eurer fünf Ziele zu erreichen. Die fünf Ziele, die man für sich definiert, müssen nicht unmittelbar umsetzbar sein, aber man sollte bereits heute damit beginnen die Weichen zu stellen, um sie irgendwann zu erreichen. So ist zum Beispiel eins meiner Big Five for Life die Weltreise, die ich 2013/2014 machen möchte. Es dauert noch bis wir sie antreten, aber sie ist schon heute auf meinem Radar und fester Bestandteil meiner Pläne.

2. Museum Day

Die Idee, dass für jeden von uns am Ende unseres Lebens ein Museum gebaut wird, in dem die durchschnittlich 28.200 Tage unseres Lebens mit Videos, Fotos und Texten dargestellt werden, finde ich sehr cool. Und zwar in erster Linie deshalb, weil es alle Pläne und Ziele auf sehr anschauliche Weise auf den einzelnen Tag herunterbricht. An jedem Morgen an dem man aufsteht beginnt ein neuer Tag, der irgendwann im eigenen Museum ausgestellt wird. Dieser Gedanke motiviert mich sehr, dass an jedem Tag zumindest eine Sache passiert sein sollte, die diesen Tag spannend und lebenswert gemacht hat.

3. „People matter“ ist ein profit-driver

Häufig werden das Schaffen einer Unternehmenskultur, Unternehmenswerte, Visionen, eine Mission und Mitarbeiterentwicklung als soft skills, weiche Faktoren oder nice-to-haves abgetan und belächelt. Mit der Begründung sie seien nicht unmittelbar ergebnisrelevant und damit Luxus und im schlimmsten Fall sogar Zeitverschwendung.

Das Gegenteil ist der Fall.

Den Mitarbeiter (Menschen) in den Mittelpunkt der Überlegungen rund um die Zukunftsfähigkeit und den Erfolg eines Unternehmens zu stellen ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg, um den Ertrag zu steigern. Und mit Sicherheit kein soft factor. Wenn Menschen sich ernst genommen fühlen, gefördert und gefordert werden, Teil einer Unternehmenskultur sind, die menschlich ist, dann ist das Ergebnis, dass sie motiviert, produktiv, proaktiv sind und Freude an ihrer Arbeit haben. Das wiederum führt dazu, dass sie konzentrierter arbeiten, 120% geben, ihre Ideen in das Unternehmen einbringen und mehr Output generieren. Und dass sie bleiben wollen. So sinkt die Fluktuation, das Knowhow bleibt im Unternehmen und es entsteht eine Kontinuität, von der Kunden, Kollegen und Kooperationspartner profitieren. Und besonders profitiert das Unternehmen selbst und sein betriebswirtschaftliches Ergebnis. Denn bei konstanten Kosten wird die Produktivität und damit der Umsatz gesteigert. Damit ist für mich die Schaffung einer Unternehmenskultur, welche auf Output und Motivation ausgerichtet ist, ein echter business case und mit Sicherheit kein überflüssiger soft factor.

Und ein zweiter Gedanke des Buches passt zu dieser Erkenntnis: Culture and success roll downhill. Mit anderen Worten: Die Unternehmenskultur und der Erfolg eines Unternehmens hängen vom Management ab und es ist ihre Verantwortung ein Unternehmen so zu formen, dass die Mitarbeiter ihr Bestes geben können und wollen. Wenn ein Unternehmen nicht erfolgreich ist oder Mitarbeiter jenseits ihres Gehalts keine Motivation haben bei einem Unternehmen zu arbeiten, dann liegt das einzig und allein am Management. Nicht an den Mitarbeitern. Es ist Aufgabe des Managements eine Kultur zu schaffen, die motiviert, antreibt und zum Erfolg führt.

4. Director of first impression

Eine Idee, die mich besonders fasziniert hat, ist es einen “Director of first impression” zu haben. Das bedeutet, dass sich eine Person damit beschäftigt, sich in alle stakeholder des Unternehmens hineinzuversetzen und herauszufinden, wie das Unternehmen ihnen gegenüber auftritt bzw. in Zukunft auftreten möchte. Wie wird ein Kunde behandelt, wenn er beim Unternehmen anruft? Wie, wenn er eine Email schreibt? Was ist der erste Eindruck eines Besuchers, der im Büro vor Ort ist? Wie spricht das Unternehmen mit Kooperationspartnern? Wie behandelt es Dienstleister? Wie geht es auf seine Kunden ein? Das sind die Fragen, die sich der “Director of first impression” stellt und das sind die Situationen in die er sich regelmäßig begibt. Um sicherzustellen, dass das Unternehmen sich seines Fremdbildes bewusst ist und sich gegenüber allen Anspruchsgruppen so verhält, dass es zur Unternehmenskultur passt und ein konsistentes und damit glaubwürdiges und vertrauenserweckendes Bild nach außen und innen abgibt.

5. Always write the ending first

“We either write the ending we want, and then create a life that gets us there, or we end up living someone else´s story, and having an ending that pales compared to the one we would have written for ourselves”.

Dieser Gedanke ist cool, denn er zwingt einen, sich seiner Ziele bewusst zu werden und die eigenen Träume zu Ende zu denken. Wie soll etwas sein, wenn es fertig ist? Auf welches Leben möchte man gerne eines Tages zurück blicken? Was macht einen wirklich glücklich? Natürlich bin ich der Meinung, dass man auch Raum für Glück und Zufall in seinem Leben lassen sollte und sich die Flexibilität erhalten sollte, Pläne anzupassen oder zu verändern. Denn das wird sich sowieso nicht vermeiden lassen. Aber das Ende zuerst zu schreiben ist eigentlich nichts anderes als sich heute schon das Museum vorzustellen, welches am Ende unseres Lebens für uns gebaut wird und sich seiner Big Five bewusst zu werden, um herauszufinden, was uns wirklich glücklich macht. Und vor allem was nicht.

An dieser Stelle zwinge ich mich aufzuhören.

Ich denke es ist offensichtlich, dass dieses Buch zum Nachdenken anregt. Egal, ob man das Buch überzogen, inspirierend, weltfremd, motivierend, idealistisch, beeindruckend oder abgehoben findet, es ist auf keinen Fall Zeitverschwendung, es zu lesen.

Happy reading!

The age of possible – key insights from DLDWomen 2011

Montag, 4. Juli 2011

Mir brennt es unter den Fingernägeln meine Gedanken und Eindrücke vom diesjährigen DLD Women zu posten. So here we go!

DLD Tasche

Die erste Frage, die sich mir (und wahrscheinlich vielen Anderen) stellte war: Braucht es wirklich einen DLD Women? Es gibt sicherlich viele gute Gründe, warum es eigentlich keinen braucht. Aus zwei Gründen glaube ich aber, dass der DLD Women ein echter Mehrwert ist. Zum einen schafft es dieser Event, dass Frauen endlich mal miteinander networken. Ihnen bleibt auch gar nichts anderes übrig, weil kaum Männer da sind. Und genau das ist wichtig. Denn beim DLD Women gehen plötzlich Frauen aufeinander zu, machen sich Komplimente, vernetzen sich, wollen sich wiedersehen, einander helfen, sich weiterempfehlen. So wie Männer das untereinander jeden Tag und ohne Anlass machen.

DLD World Cup Night - the girls

Zum Anderen ist es ziemlich beeindruckend, eine so geballte female power auf Podien, in Vorträgen, bei Workshops und im Gespräch zu erleben wie beim DLD Women. Eine tolle Frau jagt die nächste und die Tatsache, dass man so viele innerhalb der zwei Tage sieht ist eine echte Inspiration. Es bestätigt das, was ich immer sage. Wir müssen nicht so viel über Frauen, Frausein, den Unterschied zwischen Frauen und Männern und Gleichberechtigung reden, sondern einfach erfolgreiche Frauen zu Wort kommen lassen, die als Vorbilder dienen. Das bringt viel viel mehr.

Weshalb Vorbilder und Bilder im Kopf so wichtig sind, hat Maria Furtwängler am ersten Morgen sehr gut gesagt. Sie stellte richtig fest, dass uns für bestimmte Situationen Bilder im Kopf fehlen und wir die Situationen daher eigenartig oder ungewöhnlich und deshalb unnatürlich finden. Wenn uns beispielsweise ein weiblicher Pilot auf unserem Flug von Hamburg nach München begrüßt, erwischen wir uns dabei, wie wir kurz denken “Kann die das oder soll ich lieber aussteigen”. Denn uns fehlt einfach ein Bild einer blonden Pilotin im Cockpit. Daher gilt es Bilder im Kopf zu schaffen, die Ausnahmesituationen normal erscheinen lassen. Dafür ist der DLD Women großartig, denn nirgendwo sonst hat man nach zwei Tagen so viele neue, positive und beeindruckende Bilder von Frauen in den unterschiedlichsten Situationen im Kopf.

Mein absolutes highlight des DLD Women sind daher die tollen Frauen, die ich dort getroffen und kennengelernt haben. Katharina Borchert, CEO von Spiegel Online, Konstanze Frischen, Gründerin von Ashoka, Sara Hürlimann, Gründerin und Geschäftsführerin von zahnarztzentrum.ch, Caroline Drucker, Partner Marketing Manager von Soundcloud, Joana Breidenbach von betterplace und viele viele mehr.

Ein weiteres highlight war der Auftritt von Leonie Casanova mit ihrem song “I wanted New York” über Gegensätze, Widersprüche und Kontraste im Leben. Der Song geht wirklich unter die Haut und ist seitdem mein No. 1 Ohrwurm. Das Video ist von einer diesjährigen TEDx-Veranstaltung, weil es leider keinen Mitschnitt vom DLD gibt.

Ein weiteres highlight war der Kurz-Film, den Ernst & Young extra für den DLD Women gemacht hat. Er zeigt die technologische, gesellschaftliche, politische Entwicklung und the rise of women der letzten 60 Jahre und ist absolut sehenswert. Leider gibt es ihn nicht in abstrahierter Form, aber beim folgenden Video läuft er ca. ab der 5. Minute.

Dann gab es eine sehr spannende Podiumsdiskussion über Consumer Trends. Aus dieser session kann ich ganz besonders den folgenden Kurzfilm empfehlen, der eindrucksvoll zeigt, in welche Richtung sich das Shoppingverhalten der Zukunft verändert und wie die mobile revolution unsere Art zu leben und einzukaufen verändern wird.

Ich selber durfte auch an einer Podiumsdiskussion rund um Unternehmertum, Erfolg und Misserfolg teilnehmen und war schwer beeindruckt von unserer Moderatorin Daniela Hinrichs und meinen Mitstreiterinnen Sara Hürlimann, Claudia Dietze und Benita Justus. Meiner Meinung nach ist es uns wirklich gelungen, unsere eigenen Erfahrungen anschaulich zu teilen und das Publikum zu motivieren, aufzuwecken, neugierig zu machen und für Unternehmertum zu begeistern.

All in all kann man sagen, dass es zwei tolle Tage in München waren und ich voller Energie, Motivation und neuer Bilder in diese Woche starte.

Open communication rocks

Montag, 20. Juni 2011

Es war schon immer mein Ziel – wenn nicht sogar Traum – ein Unternehmen so zu führen, dass man gegenüber Mitarbeitern, dem Managementteam und den Gesellschaftern offen, ehrlich und transparent kommuniziert. Die Dinge beim Namen nennt. Einfach sagt wie es ist. Nicht um den heißen Brei herumredet.
Das klingt zunächst mal ziemlich cool, modern und idealistisch.

Ist es auch.

Wenn man es konsequent macht, dann gewinnt man mit open communication Vertrauen und Respekt. Ist glaubwürdig, greifbar, ehrlich und menschlich.

Das ist aber weder einfach noch bequem.

Wie oft habe ich mich dabei erwischt, Dinge, die mich oder das Unternehmen in einem guten Licht erscheinen lassen, gerne offen kommunizieren zu wollen und die schwierigen Themen unter den Tisch fallen zu lassen.
Doch so funktioniert das leider nicht. Besonders Mitarbeiter merken, ob sie immer nur die halbe Geschichte bekommen. Und sie merken erst an unangenehmen, persönlichen oder kritischen Themen, dass man offene Kommunikation wirklich ernst nimmt.

Das Resultat offener Kommunikation ist nicht nur Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Respekt. Es gibt auch viele Nebeneffekte.
Positiver und negativer Art.
Positive Effekte sind, dass die Gerüchteküche kleiner, der „Flurfunk“ deutlich unspannender und damit weniger ausgeprägt ist und die Unsicherheit sicherer wird. Es wird weniger gemutmaßt und mehr über Fakten gesprochen. Man beschäftigt sich mehr mit der Gegenwart und Zukunft als mit der Vergangenheit. Und Menschen fühlen sich ernst genommen und geben den Vertrauensvorschuss, den offene Kommunikation mit sich bringt, dem Unternehmen im Idealfall in Form von Loyalität und Motivation zurück.
Negative Auswirkungen sind, dass manchmal gerade erst offene Kommunikation zu Unsicherheit führt, weil man unangenehme Wahrheiten hört, über die man sich sonst gar keine Gedanken gemacht hätte. Außerdem wäre es leichter, wenn es verschiedene Abstufungen von offener Kommunikation geben dürfte, um jedem die verdauliche Menge an Offenheit zu geben, die er am besten verträgt. Das wäre aber nicht offen, sondern eingeschränkt oder abgestuft offen.

Natürlich ist offene Kommunikation nicht wahllos auf jedes Unternehmen gleichermaßen anwendbar. Natürlich müssen börsennotierte Unternehmen mit offener Kommunikation anders umgehen als kleine Startups. Aber die Grundidee, die hinter offener Kommunikation steht, nämlich sich zu trauen die Wahrheit zu sagen, sollte für jeden guten Unternehmer die Basis seines Handelns sein.

Um offen kommunizieren zu können und als Mitarbeiter mit offener Kommunikation umgehen zu können braucht es ein gesundes Maß an Kritikfähigkeit, Selbstreflexion und Selbstbewusstsein. Und man muss bereit sein, Verantwortung zu tragen. Für das was man sagt und für das, was es in Menschen auslöst. Die Wahrheit ist häufig schonungsloser und schmerzhafter als eine Variante, Veränderung oder Abschwächung der Wahrheit. Die Abschwächung ist kurzfristig für Alle angenehmer. Aber sie holt einen ein. Und tut dann mehr weh und wirkt wesentlich länger nach.

Offene Kommunikation ist übrigens keine Bringschuld des Managements gegenüber den Mitarbeitern, sondern eine gegenseitige Pflicht. Die Mitarbeiter sind gleichermaßen aufgefordert, offen ihre Probleme, Wünsche, Kritik, Zweifel und Verbesserungsvorschläge zu kommunizieren. Und werden dafür gelobt und nicht bestraft. Offene Kommunikation darf aber nicht als Automatismus falsch verstanden werden, dass sich alles, was man an- oder ausspricht auch ändert oder berücksichtigt wird. Es wird diskutiert, evaluiert und abgewogen. Und danach wird entschieden. Wie bei jedem anderen Thema auch.

Bei Young Internet haben wir „open communication rocks“ zu einem unserer vier zentralen Unternehmenswerte gemacht, um die Wichtigkeit dieses Grundsatzes für das Unternehmen zu unterstreichen.

Es gab bereits viele Momente, in denen open communication zu großem Zusammenhalt im Team geführt hat, aber auch Tage an denen offene Kommunikation Unverständnis, Unsicherheit und Verärgerung ausgelöst hat. Diese Tage sind wichtig, denn sie machen einem immer wieder bewusst, dass offene Kommunikation kein Selbstläufer ist.

Denn wenn es einfach wäre, würde es ja jeder machen.

Young Internet – the kids company

Montag, 30. Mai 2011

Unser nagelneuer Unternehmensfilm über Young Internet, Panfu und Oloko ist da!
Zwei Wochen lang haben wir selber Interviews gefilmt, geschnitten, vertont und optimiert und nun ist er fertig. Definitiv ein must-see :-)
Der Film ist auf Englisch, da ca. 60% unserer Mitarbeiter nicht Deutsch sind und wir mit Panfu und Oloko in über 12 Ländern aktiv sind. Daher war Englisch wie immer der kleinste gemeinsame Nenner.

P.S. Leitet den Film gerne an jeden weiter, der gerade auf Jobsuche ist:-) Mehr Infos gibt es auf unserer Website.