Artikel-Schlagworte: „Wünsche“

Happy new year – mein persönlicher Jahresrückblick

Samstag, 31. Dezember 2011

Was für ein Jahr! Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so viel erlebt wie in den letzten zwölf Monaten. Es war alles dabei. Die volle Achterbahn des Lebens im Zeitraffer eines Jahres. Wenn ich es in einem Satz zusammenfassen müsste, dann würde das Lieblingszitat meines Großvaters das Rennen machen:

“Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.”

Und so habe ich mehr denn je am Ende dieses ereignisreichen Jahres das Bedürfnis zurückzuschauen auf das was war und mich zu freuen auf das was kommt.

Strong

Diesen Spruch habe ich vor einigen Tagen an der facebook-Pinnwand (oder muss man jetzt schon “in der Chronik” sagen) einer Bekannten gesehen und lächelnd genickt. Denn er stimmt. Die Kräfte, die man freisetzt, wenn man keine andere Wahl hat als stark zu sein sind unglaublich. Und sie machen einem Mut. Denn sie haben mir gezeigt, dass man auch dann funktioniert, wenn eigentlich alles dagegen spricht. Dass man auch dann wieder aufsteht, wenn liegenbleiben so viel einfacher wäre. Und dass man auch dann wieder Licht sieht, wenn man eigentlich denkt, dass man gerade in einen Tunnel ohne Ausgang gefahren ist.
Der Spruch, der in meinem Lieblingsrestaurant “Dudu” in Berlin hängt geht auf abstraktere Weise in eine ähnliche Richtung.

Don´t fall

Wenn ich hier jetzt so sitze und über das vergangene Jahr nachdenke, dann kommen mir folgende Gedanken und Erkenntnisse in den Kopf:

Schwäche zeigen öffnet Türen

Aus irgendeinem (dummen) Grund war ich bis zu diesem Jahr der Annahme, dass “Schwäche zeigen” eine Schwäche sei. Gerade als Geschäftsführerin, gerade als Mutter, gerade als Frau. Ich habe einfach immer genug plausible Gründe gefunden, warum ich geglaubt habe, dass es besser sei, Zweifel, Ängste und schwache Momente mit mir selbst oder meinem engsten Umfeld auszumachen und die Außenwelt nur an den starken und selbstbewussten Momenten teilhaben zu lassen. Und nicht etwa nur um mich zu schützen, sondern weil ich vor allem der Annahme war, dass kein Mensch diese schwache Seite sehen möchte und ich praktisch mein Umfeld davor schützen muss.
Als es dann dieses Jahr einfach Momente gab in denen ich nicht stark sein konnte, in denen das Verbergen von Traurigkeit oder sogar Tränen einfach nicht geklappt hat, da hat es mich überwältigt zu sehen, welche positiven Reaktionen es hervorruft, wenn man einfach mal schwach ist. Einfach mal nicht funktioniert. Und dass das Menschen – seien es Freunde, Familie, Mitarbeiter, Investoren oder Geschäftspartner – nicht abschreckt, sondern dass man dadurch eine viel engere Bindung, viel mehr Vertrauen und Loyalität aufbaut als je zuvor. Für Viele von Euch vielleicht keine große Erkenntnis. Für mich persönlich der größte Schritt dieses Jahr.

Mehr Unternehmerinnen und Gründerinnen braucht das Land

Keine Sorge. Das ist kein feministisches Manifest was jetzt folgt. Mir geht es in diesem Moment gerade null um Frauenquote, Frauen in Führungspositionen oder irgendeine geschlechterspezifische Pro/Contra-Diskussion. Sondern schlicht und ergreifend um die Tatsache, dass ich noch nie zuvor in meinem Leben in einem Jahr so viel tolle Frauen kennengelernt habe und es einfach so eine unglaubliche Verschwendung wäre, wenn nicht mehr dieser Frauen eine starke Rolle in Unternehmen, Management- und Gründungsteams, in der Internetbranche oder im Berufsleben im Allgemeinen spielen würden.
Es würde die Unternehmen einfach so viel besser machen.
Nicht weil es Frauen sind. Sondern weil es tolle Frauen sind!
Und das war eines der Highlights dieses Jahres für mich. Diese Frauen durch meinen Job, durch Freunde, durch mein Blog, durch facebook, durch Social Media im Allgemeinen, durch Vorträge oder durch Workshops kennenzulernen. Und einen Beitrag leisten zu können, sie zu motivieren und im Idealfall zu inspirieren oder sogar in mancher Hinsicht ein Vorbild sein zu können.

Raus aus der Komfortzone

Beruflich haben wir bei Young Internet dieses Jahr keinen Stein auf dem anderen gelassen. Alles hinterfragt, alles auf den Prüfstand gestellt, uns komplett neu erfunden. Wir sind echt nicht bequem gewesen. Und haben echt alles getan, um alle Komfortzonen jeglicher Art hinter uns zu lassen. War das anstrengend? Ja! Braucht man das jedes Jahr? Nein! War es trotzdem richtig und wichtig? Absolut! So wichtig, dass ich meinen TEDtalk im November diesem Thema gewidmet habe. Da die Energie, Motivation und Innovationskraft, den dieser Prozess in uns und unserem Unternehmen freigesetzt hat so unglaublich war und ist, dass ich einfach viel mehr Unternehmen motivieren möchte, ihr volles Potential auf diese Weise zu entfalten.

Enjoy the moment oder “planlos glücklich”

Zum ersten Mal seit ich denken kann habe ich keine Pläne und Vorsätze für das neue Jahr.
Ich lasse es einfach auf mich zukommen.

Es wird schon gut werden.

Noch vor einem Jahr war ich so eine Niete in “enjoy the moment”. Ich habe mich einfach immer schon zu sehr auf das gefreut, was als nächstes kam, als den eigentlichen Moment in der Gegenwart zu genießen. Das habe ich dieses Jahr nun endlich gelernt. Dass es so viel schöner ist Erfolge zu feiern, Momente bewusst zu erleben , innezuhalten und das Leben einfach zum Quadrat zu genießen als sich in Plänen, ToDo-Listen, Zielen und next steps zu verlieren. Die sind auch wichtig, aber nicht alles.

So kann ich am Ende dieses Jahres sagen, dass ich viel vorwärts gelebt und viel rückwärts verstanden habe.

Und wenn morgen um Mitternacht die Korken knallen und 2011 zu Ende geht dann wünsche ich mir den Song “So soll es sein, so kann es bleiben” .

In der Hoffnung, dass 2012 genauso weitergeht wie 2011 aufhört. Happy new year!

Gibt´s da auch Pommes?

Sonntag, 28. März 2010

Seit einiger Zeit ist es mein größter Traum und fester Plan mit meinen zwei Kindern für ein paar Monate um die Welt zu reisen. Und zwar dann, wenn sie sechs und vier Jahre alt sind (dauert leider noch vier Jahre und 4 Wochen…).

Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Thailand, Südsee, Australien und Neuseeland sind definitiv preferred destinations. Die Idee ist, sich ein around-the-world-ticket zu kaufen und sich dann von Land zu Land treiben zu lassen. Überall, wo es uns gut gefällt bleiben wir einfach ein paar Wochen und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Top-5-Gründe für unseren Traum-Plan („Traum“ deshalb, weil die Reise einen Traum wahrwerden lässt, „Plan“ deshalb, weil es unsere feste Absicht ist und keiner -  inkl. mir selbst – auf die Idee kommen soll, wir würden diese Reise nicht wirklich machen wollen, sondern nur von ihr träumen) folgende sind:

  1. Diese Reise wird eine Erfahrung sein, die man nie vergisst
  2. Die Reise wird die Perspektive auf viele Dinge des täglichen Lebens verändern
  3. Die Familienzeit, die wir auf dieser Reise haben werden, wird uns niemand mehr nehmen können
  4. Man lebt nur ein Mal
  5. Bei 25-28 Urlaubstagen pro Jahr werden wir viel zu wenig von der Welt sehen, bevor wir alt sind
  6. Diese Reise ist so ein unglaublicher Ansporn für den Alltag in den nächsten vier Jahren

Fakt ist also, dass wir in vier Jahren weg sind. Aber geht das denn auch wirklich? Natürlich fragt man sich, ob man überhaupt ein Sabbatical genehmigt bekommt, ob man danach im Job wieder Fuß fassen kann, was man in der Zeit mit Haus und Hausstand macht, ob man so eine Reise plus den Einkommensausfall überhaupt finanzieren kann.

Dann ist es besonders hilfreich, wenn einem Andere den eigenen Traum gerade live vorleben:

http://gibtsdaauchpommes.blogspot.com/

http://www.sandamstrand.de

Die Blogs zweier Familien, die mit ihren Kindern die Welt bereist haben. Und zwar auf sehr ähnliche Art und Weise, wie es mir vorschwebt:

Wunschroute Weltreise

Ich bin also hochmotiviert, jetzt schon mal damit zu starten, unsere Route auszuarbeiten und am besten auch schon die Flüge zu buchen, damit es dann in vier Jahren auch wirklich losgeht!

Vorsätze für das neue Jahr – Fluch oder Segen?

Montag, 4. Januar 2010

Jeder der mich gut kennt weiß, dass ich ein sehr großer Freund von to-do-Listen bin, die ich nicht nur akribisch schreibe, mehrmals am Tag aktualisiere, sondern auch sehr sorgfältig abarbeite.

Früher habe ich mich jedes Jahr am 31.12. hingesetzt und auf diesen to-do-Listen die Rubrik „Vorsätze für das neue Jahr“ neu befüllt. Das hat für mich überhaupt nicht funktioniert. Denn das große Problem war, dass man diese Punkte so schlecht abarbeiten konnte. „Mehr Sport machen“ konnte ich nicht Mitte Januar als erledigt abhaken. „Mehr Zeit für Freund, Freunde und Familie haben“ war auch ein Dauerbrenner, der so schlecht nach zwei Kinoabenden und Essenseinladungen abgehakt werden konnte. Es hat mich also total fertig gemacht, dass da Punkte an der Spitze meiner to-do-Liste standen, die ich einfach nicht erledigen konnte, sondern, die ich das ganze Jahr mitschleppen musste.

Also begann ich die Vorsätze am 31.12. in einen Briefumschlage zu stecken, zu versiegeln und erst nach einem Jahr wieder herauszuholen. Nach dem Motto: Wenn ich sie nicht sehe, belasten sie mich auch nicht, sind aber trotzdem da. Das Problem damit war, dass ich vergessen habe, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. So passierte es regelmäßig, dass ich am 31.12. des Folgejahres den Briefumschlag öffnete und so etwas wie „Italienisch lernen“ las, welches ich komplett vergessen hatte anzugehen. Außerdem kam hinzu, dass ich mir durch diese blöden Vorsätze immer mehr aufhalste, als ich tatsächlich schon ohne diese bewältigen konnte. Das Öffnen des Briefumschlags war damit ein einziger Frust, da ich meist keinen der aufgeführten Punkte erledigt, geschweige denn angegangen hatte. So war ich kurz davor, am 31.12. mit Rauchen anzufangen, damit ich mir für das Folgejahr das Aufhören vornehmen konnte und somit gleich am 1. Januar ein Erfolgserlebnis hatte. Das konnte aber auch nicht die Lösung sein.

Also traf ich eine große Entscheidung: Ich wusste, dass ich ohne Neujahrs-Vorsätze nicht leben konnte, wusste aber auch, dass mich diese Vorsätze völlig überforderten. Also benannte ich sie um. Sie hießen ab sofort „Wünsche für das neue Jahr“, erschienen nicht mehr auf der to-do-Liste und wurden für ein Jahr in die unterste Schublade meines Schreibtisches gelegt. Das Schöne an ihnen war und ist, dass ich nichts mehr dafür kann, wenn sie am Ende des Jahres nicht erledigt sind. Dann wurden meine Wünsche einfach nicht erhört. Es ist also auch nicht mehr schlimm, wenn ich vergesse, was ich mir eigentlich gewünscht habe, denn ein Wunsch ist ein Wunsch und kein to-do.

Seitdem geht es mir bestens. Ich habe ein ruhiges Gewissen, dass ich mir für das neue Jahr etwas gewünscht habe und kann mich dann in Ruhe zurücklehnen. So wie früher als Kind, wenn ich meinen Wunschzettel fürs Christkind mit der Schrift nach außen ans Fenster geklebt hatte und dann nur noch warten musste, dass meine Wünsche in Erfüllung gingen. Herrlich!