Artikel-Schlagworte: „Zeit“

Unsere Kinder sind kein Projekt

Donnerstag, 7. Februar 2013

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Alle paar Monate kommt dieser Moment. Dass mir ein Thema plötzlich so unter den Fingernägeln brennt, dass ich nicht anders kann als meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sie ohne viel Nachdenken herunterzuschreiben.

Am Sonntag gab es mal wieder so einen Moment. In der „Welt am Sonntag“ habe ich den Artikel „Die Geschichte vom ewigen Zappelphilipp“ gelesen mit der Unter-Überschrift „Nie zuvor wurden in Deutschland so viele ADHS-Fälle diagnostiziert“.

Dieser Artikel hat eine Flut von Gefühlen und Gedanken bei mir freigesetzt, die ich jetzt ungefiltert mit Euch teile.

Der Stein meines Anstoßes ist das folgende Zitat einer Mutter in dem WamS-Artikel:

„Wenn im Kindergarten alle malten, zog mein Sohn sich zurück und las. Und heute noch, wenn ich in sein Zimmer komme, und er sitzt mit dem Rücken zur Wand, dann erschrickt er sich zu Tode, weil er sich in einer Parallelwelt befindet“.

Ja und?

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Nomophobie – eine Selbsterkenntnis

Dienstag, 31. Juli 2012

out of order

Nomophobie heißt laut Wikipedia “No Mobile Phone – Phobia’” und bedeutet übersetzt “Kein-Handy-Angst”‘. Als Nomophobie bezeichnet man die Angst, mobil unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein. Die Verunsicherung und Leere, die man spürt, wenn das Handy aus, kaputt oder unerlaubt ist. Die Abhängigkeit, die man verspürt. Das Gefühl, ohne sein Handy nicht leben zu können.

Ja, ich hatte Nomophobie.

Nicht im Endstadium, aber schon absolut kritisch.

Wenn es einen Fragebogen mit 10 Fragen gäbe „Wie erkenne ich, dass ich Nomophobie habe“, dann würde ich im negativen Sinne sicherlich stark an die Höchstpunktzahl heranreichen. 66% der Briten sind übrigens nomophob. Und wenn ich mich in Deutschland umschaue, vermute ich ähnliche Raten.

Sehr vielen von Euch mag das völlig absurd erscheinen. Nach dem Motto „Ist die gaga?“, „Wovon redet die?“, „Will die uns ernsthaft weißmachen, man könnte von seinem Handy abhängig sein?“

Viele andere werden sagen „Na, das wurde ja auch mal Zeit, dass die das merkt. Diese Erkenntnis hätte ich ihr aber auch schon vor Monaten wenn nicht Jahren mitteilen können, die Sucht war ja offensichtlich!“

Wie dem auch sei. Ihr Alle wisst, dass Erkenntnisse erst dann etwas wert sind, wenn man sie selber hat. Denn Menschen können noch so oft Bedenken äußern oder auf Missstände hinweisen, erst wenn man selber das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt oder man sich falsch verhält, ist man bereit etwas zu ändern.

An dem Punkt war ich vor ein paar Wochen.

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Gibt´s da auch Pommes?

Sonntag, 28. März 2010

Seit einiger Zeit ist es mein größter Traum und fester Plan mit meinen zwei Kindern für ein paar Monate um die Welt zu reisen. Und zwar dann, wenn sie sechs und vier Jahre alt sind (dauert leider noch vier Jahre und 4 Wochen…).

Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Thailand, Südsee, Australien und Neuseeland sind definitiv preferred destinations. Die Idee ist, sich ein around-the-world-ticket zu kaufen und sich dann von Land zu Land treiben zu lassen. Überall, wo es uns gut gefällt bleiben wir einfach ein paar Wochen und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Top-5-Gründe für unseren Traum-Plan („Traum“ deshalb, weil die Reise einen Traum wahrwerden lässt, „Plan“ deshalb, weil es unsere feste Absicht ist und keiner -  inkl. mir selbst – auf die Idee kommen soll, wir würden diese Reise nicht wirklich machen wollen, sondern nur von ihr träumen) folgende sind:

  1. Diese Reise wird eine Erfahrung sein, die man nie vergisst
  2. Die Reise wird die Perspektive auf viele Dinge des täglichen Lebens verändern
  3. Die Familienzeit, die wir auf dieser Reise haben werden, wird uns niemand mehr nehmen können
  4. Man lebt nur ein Mal
  5. Bei 25-28 Urlaubstagen pro Jahr werden wir viel zu wenig von der Welt sehen, bevor wir alt sind
  6. Diese Reise ist so ein unglaublicher Ansporn für den Alltag in den nächsten vier Jahren

Fakt ist also, dass wir in vier Jahren weg sind. Aber geht das denn auch wirklich? Natürlich fragt man sich, ob man überhaupt ein Sabbatical genehmigt bekommt, ob man danach im Job wieder Fuß fassen kann, was man in der Zeit mit Haus und Hausstand macht, ob man so eine Reise plus den Einkommensausfall überhaupt finanzieren kann.

Dann ist es besonders hilfreich, wenn einem Andere den eigenen Traum gerade live vorleben:

http://gibtsdaauchpommes.blogspot.com/

http://www.sandamstrand.de

Die Blogs zweier Familien, die mit ihren Kindern die Welt bereist haben. Und zwar auf sehr ähnliche Art und Weise, wie es mir vorschwebt:

Wunschroute Weltreise

Ich bin also hochmotiviert, jetzt schon mal damit zu starten, unsere Route auszuarbeiten und am besten auch schon die Flüge zu buchen, damit es dann in vier Jahren auch wirklich losgeht!

Mein größter Weihnachtswunsch: Zeit

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ihr werdet Euch vielleicht fragen, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe. Zu Recht. Die Antwort ist: Weil ich keine Zeit habe.

Deswegen wäre meine Lieblingsantwort auf die Frage „Was wünscht Du Dir zu Weihnachten“: Zeit.

Stellt Euch bitte mal vor, man könnte Zeit kaufen. So wie es Klimazertifikate gibt, um sich mehr CO2-Ausstoss zu kaufen, so könnte man sich Zeit kaufen. Was würde ich für ein Schweinegeld ausgeben!

Ich würde mir jede Woche ein Wochenende dazukaufen und jeden Abend noch 3-4 Stunden Freizeit. Außerdem wahrscheinlich jede Nacht 2 Stunden. Kann dafür nicht mal irgendwer ein Startup gründen? Das kann doch nicht so schwer sein.

Oder kann man das vielleicht viel besser auf politischer Ebene regeln. Wir ändern einfach die Verfassung und beschließen, dass die Tage in Zukunft 30 Stunden haben. Die Tages- und Nachtzeiten entsprechend anzupassen, sollte doch dann für die Wissenschaftler kein Problem sein. Bzgl. Sommer- und Winterverschiebung müssen wir uns eh keine Gedanken machen, das regelt die globale Klimaerwärmung von alleine. Klar ist, dass die Arbeitszeit sich natürlich nicht erhöhen darf. Und das Leben verlängert sich auch entsprechend, dafür wird die Gentechnologie sorgen. Es ist also eigentlich alles geregelt. Frau Merkel muss einfach nur den Mut haben, die Erhöhung der Tageszeit auf 30 Stunden zu verkünden. Menschen könnten in 30 Stunden auch mehr Geld ausgeben, zumindest wenn die Ladenöffnungszeiten entsprechend angepasst würden. Dann hätten wir auch kein Konsumproblem mehr und die Sparquote würde sinken. Es hätte einfach nur Vorteile. Ich wäre bereit einen Volksentscheid in die Wege zu leiten. Würdet Ihr unterschreiben?

P.S. Elli Michler hat die Notwendigkeit von Zeit schon im letzten Jahrtausend erkannt und sehr gut zusammengefasst. Jetzt ist es endlich Zeit auch zu handeln!

Zeit um zu leben

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freu’n und zu lachen

und wenn du sie nutzt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben

Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen

und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,

es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche Dir: Zeit um zu leben